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Carl Zeiss Meditec: Umsatzrückgang durch China-Schwäche und Währungseffekte

Schwache Nachfrage in China und negative Währungseffekte belasten das Medizintechnikunternehmen in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres.

Carl Zeiss Meditec: Umsatzrückgang durch China-Schwäche und Währungseffekte

Carl Zeiss Meditec hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatzrückgang von 2,9 Prozent verzeichnet. Währungsbereinigt blieb der Umsatz jedoch stabil, wie das deutsche Medizintechnikunternehmen am Donnerstag bekannt gab. Der Neunmonatsumsatz belief sich insgesamt auf 1,55 Milliarden Euro.

Besonders deutlich spürbar war der Druck auf die Profitabilität: Die bereinigte EBITA-Marge sank von 11,1 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 8,0 Prozent. Als Hauptursachen nannte das Unternehmen negative Währungseffekte sowie geringere Verkäufe von Verbrauchsmaterialien.

Ophthalmologie unter Druck: China als Hauptproblem

Das Segment Ophthalmologie – also die Augenheilkunde – war besonders stark vom Umsatzrückgang betroffen. Ausschlaggebend war vor allem eine schwächere Nachfrage in China sowie die Rücknahme eines Intraokularlinsen-Produkts. Konkret zog Carl Zeiss Meditec eine Bifokallinse aus einer Ausschreibung zurück, was zu Lagerbestandsrückgaben führte und das Geschäft mit Intraokularlinsen im chinesischen Markt erheblich schwächte.

Auch das Geschäft mit refraktiven Lasern entwickelte sich rückläufig. Geringere Behandlungszahlen und ein schwächeres Investitionsklima für medizinische Geräte, insbesondere in der Region Asien-Pazifik, belasteten diesen Bereich zusätzlich. China gilt als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte für Medizintechnikunternehmen weltweit – eine Abschwächung dort trifft Anbieter wie Carl Zeiss Meditec daher besonders hart.

Einen positiven Gegenpol bildete der Bereich Mikrochirurgie: Dieser verzeichnete Wachstum, getragen von starken Auslieferungen neurochirurgischer Operationsmikroskope. Damit konnte das Unternehmen zumindest in einem Teilsegment Stärke demonstrieren und die Rückgänge in der Ophthalmologie teilweise kompensieren.

Ausblick: Firmenwertabschreibung belastet Jahresergebnis

Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet Carl Zeiss Meditec einen Umsatz in der Bandbreite von rund 2,15 bis 2,20 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITA-Marge soll für das Gesamtjahr zwischen 8 und 10 Prozent liegen – ein Niveau, das die anhaltenden Herausforderungen im operativen Geschäft widerspiegelt.

Zusätzlich belastend wirkt eine geplante Firmenwertabschreibung: Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 rechnet das Unternehmen mit einem Impairment of Goodwill von rund 150 Millionen Euro in der strategischen Geschäftseinheit Ophthalmologie. Solche Abschreibungen signalisieren, dass der ursprünglich beim Erwerb von Unternehmensteilen angesetzte Wert nicht mehr vollständig realisierbar erscheint – ein deutliches Zeichen für die strukturellen Herausforderungen in diesem Segment.

Carl Zeiss Meditec gehört zu den führenden deutschen Medizintechnikkonzernen und ist spezialisiert auf Produkte und Lösungen für die Augenheilkunde sowie die Mikrochirurgie. Das Unternehmen steht damit stellvertretend für eine Branche, die zwar langfristig von demografischen Trends profitiert, kurzfristig aber mit geopolitischen und konjunkturellen Gegenwind zu kämpfen hat.

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