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Cargill verhandelt über Verkauf der Metallsparte an Macquarie

Das Handelshaus will sich auf Lebensmittel und Landwirtschaft konzentrieren – fünf Insider bestätigen die laufenden Gespräche.

Cargill verhandelt über Verkauf der Metallsparte an Macquarie

Der US-amerikanische Agrarriese Cargill steht laut fünf mit der Angelegenheit vertrauten Quellen in Verhandlungen über den Verkauf seiner Metallsparte an die australische Investmentbank Macquarie Group. Die Gespräche wurden bislang nicht offiziell bestätigt, und alle Quellen sprachen unter der Bedingung der Anonymität. Ein Abschluss des Deals ist nicht garantiert.

Cargills Metallsparte hat ihren Hauptsitz in Singapur und handelt jährlich zwischen 60 und 70 Millionen Tonnen Eisenerz sowie rund 4 Millionen Tonnen Stahl. Das Geschäft beschäftigt etwa 130 Mitarbeiter. Cargill selbst reagierte bislang nicht auf Anfragen von Reuters per E-Mail und Telefon.

Strategische Neuausrichtung auf Kerngeschäft

Der potenzielle Verkauf passt zur strategischen Neuausrichtung des Unternehmens. Cargill hatte bereits 2024 seine Geschäftsstruktur von fünf auf drei Einheiten verschlankt: Lebensmittel, Landwirtschaft und Handel sowie ein spezialisiertes Portfolio. „Im Kern waren wir schon immer ein Lebensmittel- und Agrarunternehmen", erklärte CEO Brian Sikes in einem internen Memo aus dem Jahr 2024, das Reuters vorliegt.

Ebenfalls 2024 zog sich Cargill aus dem physischen Stahlhandel in China zurück. Hintergrund war die nachlassende Nachfrage im weltweit größten Produzenten und Verbraucher von Stahl, die maßgeblich auf die anhaltende Flaute im chinesischen Immobiliensektor zurückzuführen ist.

Schwieriges Marktumfeld für Eisenerz

Die geplante Abspaltung fällt in ein herausforderndes Marktumfeld. Die Aussichten für Eisenerzpreise sind angesichts sinkender Nachfrage aus China ungewiss. Zudem reduziert die Präsenz des staatlichen chinesischen Einkäufers China Mineral Resources Group die Marktvolatilität – genau jene Schwankungen, von denen Rohstoffhändler wie Cargill üblicherweise profitieren.

Es wäre nicht das erste gemeinsame Geschäft zwischen Cargill und Macquarie. Bereits 2017 verkaufte Cargill sein Erdölgeschäft – das Rohöl und Ölprodukte umfasste – an die australische Investmentbank. Macquarie ist damit ein bekannter Partner für die Übernahme von Rohstoffhandelsaktivitäten des US-Konzerns.

Cargill als globaler Agrarriese

Cargill zählt zu den größten privaten Unternehmen der Welt und ist vor allem im Agrar- und Lebensmittelbereich tätig. Der Konzern verarbeitet und handelt mit Getreide, Ölsaaten, Fleisch und weiteren Agrarprodukten weltweit. Mit dem schrittweisen Rückzug aus dem Rohstoffhandel außerhalb des Kerngeschäfts signalisiert das Unternehmen eine klare Fokussierung auf seine ursprünglichen Stärken – und überlässt das volatile Metall- und Energiehandelsgeschäft spezialisierten Finanzinvestoren wie Macquarie.

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