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Capital One schließt 300 Trump-Konten wegen Geldwäsche-Prüfungen

Die US-Großbank begründet die Kontokündigungen erstmals offiziell mit internen AML-Untersuchungen – und weist politische Motive zurück.

Capital One schließt 300 Trump-Konten wegen Geldwäsche-Prüfungen

Capital One Financial hat in einem laufenden Rechtsstreit mit der Trump Organization erstmals offiziell erklärt, warum die Bank über 300 Konten des Familienunternehmens gekündigt hat. Laut einem aktuellen Gerichtsantrag war die Entscheidung das Ergebnis einer monatelangen internen Analyse durch das bankeigene AML-Expertenteam (Anti-Money Laundering, Geldwäscheprävention). Die Bank betont, das Vorgehen habe vollständig im Einklang mit internen Richtlinien und regulatorischen Vorgaben gestanden.

Die Trump Organization und Eric Trump hatten im März 2025 Klage vor einem Bundesgericht in Florida eingereicht. Sie werfen Capital One vor, die Geschäftsbeziehung aus politisch motivierten Gründen beendet zu haben – konkret, um nach dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 von der damaligen gesellschaftlichen Stimmung zu profitieren. Capital One wies diese Vorwürfe der sogenannten „woken" Diskriminierung als „irreführend" zurück und bezeichnete die dafür herangezogenen Zitate als aus dem Kontext gerissen.

Verdächtige Transaktionsmuster im Fokus

Die Bank erklärte zudem, dass die identifizierten Transaktionsmuster genau jenen Aktivitäten entsprochen hätten, die laut behördlicher Richtlinien für Banken als verdächtig einzustufen sind. Eine direkte Anschuldigung illegaler Geldwäsche gegen die Trump Organization wurde dabei ausdrücklich nicht erhoben. Capital One grenzte sich damit klar von einer strafrechtlichen Bewertung ab und stellte die Kontoschließungen als rein regulatorisch motivierte Maßnahme dar.

Das zuständige Bundesgericht in Miami hatte bereits zwei frühere Fassungen der Klage abgewiesen, den Klägern jedoch jeweils die Möglichkeit zur Nachbesserung eingeräumt. Im Juli 2025 reichte die Trump Organization eine dritte überarbeitete Version ein. Capital One argumentiert nun, auch diese weise dieselben grundlegenden Mängel auf und sollte ebenfalls abgewiesen werden.

Politischer Kontext: Trump gegen die Großbanken

Der Rechtsstreit spielt sich vor dem Hintergrund eines zunehmend angespannten Verhältnisses zwischen der Trump-Administration und dem US-Finanzsektor ab. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit beschuldigt Präsident Donald Trump Großbanken, gezielt konservative Kunden zu benachteiligen. Im August 2025 unterzeichnete Trump ein Dekret, das eine solche diskriminierende Kontokündigung – im Englischen als „Debanking" bezeichnet – ausdrücklich untersagt. Darüber hinaus reichte der Präsident im Januar eine Klage gegen JPMorgan Chase ein, die auf ähnlichen Vorwürfen basiert.

Die aktuelle Auseinandersetzung erinnert an einen früheren Konflikt aus dem Jahr 2019. Damals klagte Trump bereits gegen Capital One und die Deutsche Bank, um die Herausgabe von Finanzunterlagen an den US-Kongress zu verhindern. In diesem Zusammenhang gab es Berichte, wonach AML-Experten der Deutschen Bank bestimmte Transaktionen gemeldet hatten, diese jedoch von Führungskräften ignoriert worden seien – ein Vorwurf, den die Deutsche Bank seinerzeit zurückwies.

Weder die Trump Organization noch Capital One nahmen unmittelbar Stellung zu den aktuellen Berichten. Für deutsche Anleger und Beobachter des US-Finanzmarkts ist der Fall ein weiteres Beispiel dafür, wie politische Spannungen zunehmend in den regulierten Bankensektor hineinwirken – mit ungewissem Ausgang für alle Beteiligten.

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