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Capita verzögert Beamtenpension: Witwe wartet seit neun Monaten

Ein staatlicher Dienstleister lässt Tausende Hinterbliebene auf ihre Pensionszahlungen warten – mit gravierenden finanziellen Folgen.

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Capita verzögert Beamtenpension: Witwe wartet seit neun Monaten

Eine Witwe aus Kent berichtet, dass sie ihren Kindern Tausende Pfund schuldet, weil der staatliche Dienstleister Capita die Auszahlung der Beamtenpension ihres verstorbenen Mannes seit neun Monaten verzögert. Catherine Curtis ist damit kein Einzelfall – sie gehört zu Tausenden Betroffenen, die unter den anhaltenden Verzögerungen bei der Bearbeitung ihrer Rentenansprüche leiden.

Ihr Mann Michael Curtis, ein ehemaliger Fahrprüfer, verstarb im November – kurz bevor Capita die Verwaltung des britischen Rentensystems für den öffentlichen Dienst übernahm. Genau dieser Zeitpunkt des Übergangs scheint für viele Betroffene zum Problem geworden zu sein. Seitdem kämpft Catherine Curtis darum, die ihr zustehenden Leistungen zu erhalten.

Alle zwei Wochen angerufen – ohne Ergebnis

Curtis schildert, sie habe das Unternehmen seitdem etwa alle zwei Wochen kontaktiert, sei aber „immer wieder vertröstet worden". Die emotionale und finanzielle Belastung ist enorm: Die Witwe gibt an, dass ihr die Situation buchstäblich den Schlaf raube. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, musste sie offenbar auf die finanzielle Unterstützung ihrer Kinder zurückgreifen – eine Situation, die sie als beschämend und belastend empfindet.

Für deutsche Leser ist der Kontext wichtig: In Großbritannien verwaltet Capita im Auftrag der Regierung das sogenannte Civil Service Pension Scheme, also das Rentensystem für Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Solche Aufgaben werden in Großbritannien häufig an private Dienstleister ausgelagert – ein Modell, das in Deutschland deutlich seltener vorkommt und nun in der Kritik steht.

Regierung kündigt Rückkehr zur Eigenregie an

Capita selbst räumte die Probleme ein und erklärte, man arbeite „den Rückstand so schnell wie möglich ab". Konkrete Zeitangaben, wann die betroffenen Hinterbliebenen mit einer Auszahlung rechnen können, machte das Unternehmen jedoch nicht. Die Aussage lässt offen, wie viele der Tausenden offenen Fälle bereits bearbeitet wurden.

Die britische Regierung reagierte auf die anhaltende Kritik und kündigte an, das Rentensystem letztlich wieder „in Eigenregie führen" zu wollen. Dies deutet darauf hin, dass die Zusammenarbeit mit Capita langfristig beendet werden soll – ein klares Signal, dass die Regierung mit der Leistung des Dienstleisters nicht zufrieden ist. Wann genau dieser Schritt vollzogen werden soll, blieb jedoch zunächst unklar.

Der Fall von Catherine Curtis steht stellvertretend für ein systemisches Problem: Wenn private Unternehmen sensible staatliche Aufgaben wie die Rentenverwaltung übernehmen und dabei versagen, tragen die Schwächsten der Gesellschaft – Hinterbliebene in Trauer und finanzieller Not – die Konsequenzen. Die Debatte über die Grenzen der Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen dürfte durch solche Fälle weiter an Fahrt gewinnen.

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