Cannabis in deutschen Hofläden?
Bauern könnten von Özdemirs Legalisierungsplänen profitieren

Man könnte sagen, in Deutschland kommt das Cannabis auf leisen Pfoten zurück in die Legalität. Seit 2017 ist es hierzulande immerhin eingeschränkt für medizinische Zwecke freigegeben. Jedoch dürfen nur wenige Patienten die Medikamente mit dem berauschenden Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC) erwerben.
Und nun die Ankündigung der Ampel-Regierung, Cannabis endgültig zu legalisieren. „Sobald der Bundestag das Gesetz (…) verabschiedet hat, wird die Landwirtschaft auch diese Nutzpflanzen anbauen“, kündigte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir in einem Interview an. Doch wann kommt dieses Gesetz? Es ist nicht das erste Mal, dass in Deutschland eine Legalisierung zur Debatte steht. Möglich, das alles wieder verpufft – wie in den Jahren zuvor. Außer Politiker-Aussagen und riesigem Medienecho ist bislang nichts passiert.
Wenn es jedoch passiert, könnten auch hiesige Bauern von den profitieren und in den Anbau einsteigen. Den Markt dominieren derzeit große Unternehmen mit Umsätzen im dreistelligen Millionenbereich. Auch auch Kleinerzeuger engagieren sich. Landwirte sind aber noch nicht unter den Produzenten. Die Cannabisagentur des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte hat (nach einer europaweiten Ausschreibung) zunächst vierjährige Anbaulizenzen vergeben.
Noch wachsen die Pflanzen in abgeschirmten Lagerhallen bzw. Gewächshäusern, denn dort sind sie sicherer vor Diebstahl. Außerdem lässt sich die Qualität in kontrollierter Umgebung besser steuern. Freilandanbau von Cannabis ist bisland eher eine Nische – dort sind die Felder mit Kameras, Stacheldraht und Sicherheitskräften umgeben.
Die aktuell in Deutschland produzierte Menge beträgt etwa 10 Tonnen, was die Nachfrage nicht deckt. Nötig sind noch Importe aus dem Ausland, wo internationale Unternehmen große Mengen produzieren und Erfahrungen aus Kanada oder den USA mitbringen.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Landwirte wäre eine Vereinfachung des Nutzhanfanbaus wünschenswert. Bislang durften sie nur Nutzhanfsorten mit weniger als 0,2 Prozent THC anbauen. Mit diesen Hanfsorten kann man etwa Fasern herstellen; der Anbau muss bei der Bundesopiumstelle gemeldet sein. Die THC-Gehalte werden streng kontrolliert. Eine Legalisierung könnte den Nutzhanfanbau vereinfachen.
Ob also irgendwann Hanf auf unseren Äckern wachsen wird, bleibt abzuwarten. Die Politik muss liefern, und das tut sie bekanntlich nicht immer. Landwirte müssen sich engagieren, wenn sie eine Rolle spielen wollen und neue Vermarktungswege erschließen. Cannabis im Hofladen, das wäre nicht undenkbar.


