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Cannabis-Legalisierung könnte Mittelstand beflügeln

Branchenverband Cannabiswirtschaft rechnet mit einem blühenden Geschäft

Cannabis-Legalisierung könnte Mittelstand beflügeln

Der Branchenverband Cannabiswirtschaft (BvCW) rechnet mit einem blühenden Geschäft mit Cannabis. Der 2019 gegründete und in Berlin ansässige Verband vertritt etwa 90 Unternehmet. Durch die Legalisierung von Cannabis könnten demnach – neben der Regelung für Verkauf und Anbau – auch neue Sparten im Bereich Technik, Dienstleistung und Verpackung entstehen, so BvCW-Sprecher Jürgen Neumayer.

Allerdings, so Neumayer weiter, gibt es bei der Legalisierung eine Menge Faktoren zu berücksichtigen. Die präventive Aufklärung sollte Vorrang vor allem anderen haben. Wie Alkohol und Tabak ist auch Cannabis eine Droge. Das Ziel der Legalisierung dieser Droge ist es, „die Autorität zurückzugewinnen“. Mittelfristig sollte ein rückverfolgbares Qualitätskontrollsystem eingeführt werden, um den Schwarzmarkt zu unterdrücken. Teilweise ist das „schwarz“ gehandelte Cannabis mit gesundheitsschädlichen Stoffen gestreckt, die Dealer nehmen gewissenlos den Schaden und sogar Tod ihrer Kunden in Kauf.

Laut BvCW könnte Deutschland im Hinblick auf die zu erwartende Legalisierung von Cannabis die Messlatte für den Rest Europas setzen. Laut Neumayer beobachten viele Länder, wie Deutschland mit der Situation umgehen wird. Der BvCW-Sprecher erklärte: „Viele Firmen stehen erst am Anfang.“ Es gäbe eine große Nachfrage, vor allem von Seiten des Bauernverbands. Er behauptete, dass der Anbau von Cannabispflanzen für viele Betriebe ein praktischer Ersatz für die Tierhaltung ist.

Die enthaltene Chemikalie sei immer noch giftig, trotz Legalisierung der Pflanze, so der Bisinger Apotheker und Vorstandsvorsitzende des Verbands der Cannabis versorgenden Apotheken e. V. (VCA) Johannes Ertel. Der Apotheker unterstützt die Legalisierung von Cannabis in der Theorie, aber nur unter kontrollierten Bedingungen und an zugelassenen Verkaufsstellen. Man brauche ein System, das eine niedrige Einstiegshürde hat und ein hohes Maß an Kompetenz vorweisen kann. Außerdem sei es wichtig, den Eindruck zu vermeiden, dass Apotheker die neuen „Dealer“ sind. Laut dem Apotheker ist die Legalisierung von Cannabis nur dann sinnvoll, wenn Maßnahmen zum Schutz und zur Verhinderung des jugendlichen Konsums getroffen werden.

Am Dienstag hat in Freiburg die erste Fachkonferenz zum Thema Cannabis begonnen. Die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM) veranstaltete die zweitägige Messe „Canna B“ unter dem Motto „Cannabis ist unser Geschäft“. Sie bietet Experten und Unternehmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Pharmazie, Handel und Wirtschaft ein Forum zum Ideenaustausch. Neben den rechtlichen Belangen werden auch „Best Practice“-Beispiele aus Süd- und Nordamerika sowie der Schweiz diskutiert.

Karl Lauterbach, der Gesundheitsminister, verteidigte die Legalisierung von Marihuana in seinem letzten Interview mit den ARD tagesthemen. Der „Königsweg“, wie er sagte, um den Schwarzmarkt zu verdrängen. Allerdings wird es immer noch einige Bedenken geben, wie zum Beispiel, dass jüngere Menschen Zugang zu legal erworbenem Cannabis bekommen.

Lauterbach geht davon aus, dass das erste Gesetz zur Legalisierung von Cannabis bis Ende nächsten Jahres fertiggestellt sein wird. Danach wird die Europäische Kommission diese Legalisierungsideen erhalten. Das letzte Wort habe dann der Bundestag.

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