Cannabis-Banking-Gesetz im US-Kongress überparteilich eingebracht
Senatoren und Abgeordnete beider Parteien wollen der Cannabis-Branche endlich Zugang zu regulären Finanzdienstleistungen ermöglichen.

Ein überparteilicher Zusammenschluss von Senatoren und Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses hat einen Gesetzentwurf zum Cannabis-Banking eingebracht. Das Ziel: Die Branche soll endlich regulären Zugang zu Finanzdienstleistungen erhalten. Bislang sind viele Cannabis-Unternehmen in den USA gezwungen, weitgehend auf Bargeld zu operieren, da Banken aus Angst vor bundesrechtlichen Konsequenzen keine Konten für sie führen wollen.
Parallel dazu verteidigt die Drug Enforcement Administration (DEA) ihr umstrittenes Vorgehen gegen das Cannabinoid Hexahydrocannabinol (HHC). Die Behörde reichte Schriftsätze als Reaktion auf Klagen ein, in denen ihr vorgeworfen wird, HHC fälschlicherweise als illegale Substanz der Schedule-I-Liste einzustufen – anstatt es als bundesweit legalen Hanf zu behandeln, wie es der Kongress vorgegeben habe.
Streit um Gewächshäuser und Legalisierung in den Bundesstaaten
In New Hampshire bereiten Abgeordnete einen Vorstoß vor, um das Veto von Gouverneurin Kelly Ayotte (Republikanerin) zu kippen. Ayotte hatte einen Gesetzentwurf blockiert, der medizinischen Cannabis-Unternehmen den Anbau in Gewächshäusern erlauben würde – eine Maßnahme, die Marihuana für Patienten erschwinglicher und zugänglicher machen soll.
In Massachusetts hat sich eine breite Koalition aus Führungskräften der Cannabis-Branche, medizinischem Fachpersonal und weiteren Aktivisten zusammengefunden. Sie wollen eine Initiative verhindern, die das bestehende Legalisierungsgesetz des Bundesstaates rückgängig machen soll und voraussichtlich im November auf dem Stimmzettel erscheinen wird.
In Virginia wiederum drängen Reformbefürworter Gouverneurin Abigail Spanberger (Demokratin), Haushaltsbestimmungen zu streichen, die die Strafen für den öffentlichen Cannabiskonsum drastisch erhöhen würden. Aktivisten verweisen dabei auf neue Daten, die eine rassisch unverhältnismäßige Strafverfolgung belegen.
Millionenförderung in Kalifornien und neue Studienergebnisse
Auf Bundesstaatenebene sorgt Gouverneur Gavin Newsom in Kalifornien für Aufsehen: Er kündigte die Vergabe von Fördermitteln in Höhe von 227 Millionen US-Dollar an, um lokale Bemühungen zur Bewältigung der Auswirkungen der Cannabis-Legalisierung auf die öffentliche Gesundheit und Sicherheit zu unterstützen. In Sacramento genehmigte der Stadtrat zudem ein fünfjähriges Pilotprogramm, das Konsumlounges in lizenzierten Marihuana-Abgabestellen ermöglicht.
Aus der Wissenschaft kommen ebenfalls neue Erkenntnisse: Eine Studie zeigt, dass nach der Legalisierung und Kommerzialisierung für Erwachsene der ärztlich empfohlene Cannabis-Gebrauch bei Konsumenten im letzten Monat um mehr als die Hälfte zurückging – obwohl der Gesamtverbrauch stabil blieb. Dies deutet laut den Forschern darauf hin, dass die Legalisierung in Kalifornien die Muster der medizinischen Nutzung verändert haben könnte, ohne den Konsum auf Bevölkerungsebene zu reduzieren. Eine weitere Studie an Mäusen ergab, dass Cannabidiol (CBD) Schlafdefizite korrigiert und spontane Krampfanfälle bei einem Angelman-Syndrom-Modell reduziert.
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Zur AktienanalyseDruck auf DEA wegen Cannabis-Neueinstufung
Auf politischer Ebene wächst der Druck auf die DEA auch in einem anderen Verfahren: Organisationen wie Americans for Safe Access, Veterans Initiative-22, die U.S. Pain Foundation sowie Aktivist Montel Williams sandten einen Brief an einen DEA-Richter. Sie fordern, die Entscheidung rückgängig zu machen, das Livestreaming einer für nächste Woche geplanten Anhörung zur Neueinstufung von Cannabis nicht zuzulassen.
Insgesamt zeigt die aktuelle Nachrichtenlage, wie vielschichtig und dynamisch die Cannabis-Politik in den USA derzeit ist – von der Bundesebene über einzelne Bundesstaaten bis hin zu lokalen Initiativen. Für Investoren und Beobachter des Cannabis-Sektors bleibt die Entwicklung rund um das Banking-Gesetz besonders relevant, da ein erleichterter Zugang zu Finanzdienstleistungen die gesamte Branche strukturell stärken würde.


