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Cannabidiol bei Epilepsie nützlich

Niederländisches Gesundheitsinstitut rät zur Erstattung des Medikaments für die Behandlung schwerer Epilepsie

Cannabidiol bei Epilepsie nützlich

Das Medikament Cannabidiol hat in Kombination mit dem Antiepileptikum Clobazam einen zusätzlichen Nutzen bei der Behandlung von Patienten ab 2 Jahren mit seltenen Formen schwerer Epilepsie bewiesen. Ein niederländisches Gesundheitsinstitut (Zorginstituut Nederland) rät daher dem Minister für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport (VWS), Cannabidiol nach Preisverhandlungen aus dem Grundversicherungspaket für diese Patienten zu erstatten.

Die Erstattung von Cannabidiol wurde für Patienten ab 2 Jahren mit Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) oder Dravet-Syndrom (DS) beantragt, die nicht ausreichend auf andere Behandlungen ansprechen. In den Niederlanden gibt es etwa 2.500 Patienten mit LGS oder DS. Fast die Hälfte von ihnen kommt für eine Behandlung mit Cannabidiol in Kombination mit Clobazam in Frage. Patienten mit LGS oder DS entwickeln epileptische Anfälle in einem frühen Alter. Die Zahl der Anfälle kann mehr als 20 pro Woche betragen. Die Patienten haben ein erhöhtes Sterberisiko und leiden häufig unter anderen Problemen wie Entwicklungsverzögerungen, Verhaltensstörungen und Gedächtnisproblemen. Die Behandlung mit Cannabidiol in Kombination mit dem Antiepileptikum Clobazam reduziert die Anfälle bei LGS- und DS-Patienten im Durchschnitt um die Hälfte.

Es ist das erste Mal, dass das Institut für Gesundheitswesen dazu rät, eine in medizinischem Cannabis vorkommende Substanz aus der Grundversicherung zu erstatten. Neben Cannabidiol enthält medizinisches Cannabis auch andere Substanzen wie Tetrahydrocannabinol (THC). Cannabidiol hat keine halluzinatorische Wirkung. Bisher wurden dem Care Institute noch keine anderen Unterlagen vorgelegt, die die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis belegen.

Die Kosten für Cannabidiol liegen je nach Dosierung zwischen 30.000 und 50.000 Euro pro Patient und Jahr. Das Care Institute ist der Ansicht, dass der Preis des Medikaments um mindestens 20 % sinken muss, damit es von der Grundversicherung erstattet werden kann. Einer der Gründe dafür ist, dass noch große Unsicherheit über die längerfristigen Auswirkungen der Behandlung besteht. Das Care Institute rät daher dem Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport, mit dem Hersteller in Verhandlungen über den Preis zu treten. Dadurch können mehr andere, neue, innovative Arzneimittel aus der Grundversicherung erstattet werden und es bleibt genügend finanzieller Spielraum, um die bestehende gute Versorgung aus der Grundversicherung für alle Niederländer zugänglich zu halten.

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