Camp Mystic nach Flutkatastrophe mit 28 Toten meldet Insolvenz
Die Betreiber des texanischen Feriencamps beantragen Chapter-11-Insolvenzschutz mit Schulden von über zehn Millionen Dollar.

Die Betreiber von Camp Mystic im US-Bundesstaat Texas haben am Mittwoch Insolvenzschutz nach Chapter 11 beantragt. Das Camp war im vergangenen Jahr Schauplatz einer der schlimmsten Flutkatastrophen in der Geschichte texanischer Ferienlager: 28 Camper und Mitarbeiter kamen ums Leben. Die New York Times berichtete als erstes Medium über den Insolvenzantrag.
Laut dem eingereichten Antrag belaufen sich die Gesamtschulden des für das Camp zuständigen Unternehmens auf mehr als zehn Millionen US-Dollar. Die Vermögenswerte werden mit einem Wert zwischen einer und zehn Millionen US-Dollar angegeben. Das Unternehmen befindet sich damit in einer erheblichen Überschuldung.
Tragödie am 4. Juli 2025
Die Katastrophe ereignete sich am amerikanischen Nationalfeiertag, dem 4. Juli 2025. Heftige Regenfälle im sogenannten Texas Hill Country verwandelten den Guadalupe River in einen reißenden Strom. Die Wassermassen überfluteten das Gelände von Camp Mystic und rissen 28 Menschen in den Tod – darunter sowohl Feriengäste als auch Mitarbeiter des Camps.
Das Texas Hill Country, eine hügelige Region westlich von San Antonio, ist bekannt für seine zahlreichen Sommercamps entlang des Guadalupe River. Starke Regenfälle können dort den Fluss innerhalb kürzester Zeit gefährlich anschwellen lassen – ein Phänomen, das in der Region als sogenannter „Flash Flood" bekannt ist und immer wieder Menschenleben fordert.
Kein Betrieb in diesem Sommer
Bereits im April hatte die Campleitung bekanntgegeben, dass Camp Mystic in diesem Sommer nicht öffnen werde. Zuvor hatte das Unternehmen noch bei den staatlichen Aufsichtsbehörden eine entsprechende Betriebsgenehmigung beantragt. Die Entscheidung, den Betrieb auszusetzen, fiel letztlich gegen eine Wiedereröffnung aus.
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Zur AktienanalyseDer Insolvenzantrag nach Chapter 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts ermöglicht es einem Unternehmen, seinen Betrieb fortzuführen, während es unter gerichtlicher Aufsicht einen Sanierungsplan ausarbeitet. Gläubiger werden dabei in einem geregelten Verfahren befriedigt. Chapter 11 ist vergleichbar mit dem deutschen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung und gilt als Alternative zur vollständigen Liquidation.
Für die Angehörigen der 28 Todesopfer dürfte der Insolvenzantrag weitreichende Konsequenzen haben. Mögliche Schadensersatzansprüche gegen das Unternehmen müssen nun im Rahmen des Insolvenzverfahrens geltend gemacht werden. Wie hoch etwaige Forderungen von Opferfamilien sind, geht aus dem vorliegenden Bericht nicht hervor.


