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ByteDance entwickelt eigene CPU-Chips für den KI-Ausbau

TikTok-Mutter ByteDance will mit hauseigenen Prozessoren steigende Chippreise und Lieferengpässe umgehen.

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ByteDance entwickelt eigene CPU-Chips für den KI-Ausbau

Der chinesische Technologiegigant ByteDance entwickelt eigene Zentraleinheiten (CPUs), um seinen wachsenden Bedarf an KI-Infrastruktur zu decken. Das berichten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters. Auslöser sind steigende Chippreise und anhaltende Lieferengpässe, die die Expansionspläne des TikTok-Mutterkonzerns zunehmend einschränken.

Das Projekt befindet sich laut einer der Quellen noch in einem frühen Stadium. ByteDance hat bereits mehrere externe Partner angesprochen, die nicht nur bei der Designarbeit helfen, sondern auch Fertigungskapazitäten bei Auftragsfertigern sichern sollen. Das Unternehmen selbst reagierte nicht auf eine Anfrage von Reuters zur Stellungnahme.

Zwei Architektur-Pfade gleichzeitig

ByteDance verfolgt bei der CPU-Entwicklung zwei parallele Ansätze: einen auf Basis der Arm-Architektur (im Besitz von SoftBank) und einen weiteren auf Grundlage der Open-Source-Befehlssatzarchitektur RISC-V. Das Unternehmen wägt ab, welches Design den langfristigen Anforderungen seiner Rechenzentren am besten entspricht. Die gleichzeitige Entwicklung zweier Designs ist in der Branche eine gängige Absicherungsstrategie – Technologiekonzerne testen so ihre Optionen, bevor sie sich auf eine kostspielige Großserienfertigung festlegen.

Der Schritt steht im Zusammenhang mit dem rasanten Wandel der KI-Branche hin zur sogenannten „Inferenz". Dabei werden KI-Modelle zur Ausführung von Agenten-Aufgaben eingesetzt, die deutlich höhere Anforderungen an CPUs stellen als bisherige Trainingsaufgaben. Diese CPUs arbeiten dabei eng mit den Grafikchips von Nvidia zusammen, die den KI-Boom bisher dominiert haben. ByteDance bereitet laut der ersten Quelle einen massiven Rollout agentenbasierter Produkte vor, darunter die Plattform Coze.

Preisanstiege von bis zu 35 Prozent pro Quartal

Ein wesentlicher Treiber für ByteDances Eigenentwicklung sind die drastisch gestiegenen Einkaufspreise. Das Unternehmen bezieht derzeit CPUs von Intel und AMD – beide Hersteller haben die Preise in den vergangenen Monaten erheblich angehoben. Laut zwei der Quellen lagen die Steigerungen von Quartal zu Quartal zwischen 10 und bis zu 35 Prozent. Intel erklärte dazu, man habe die Preise für einige Produkte aktualisiert, um der anhaltenden Nachfrage, gestiegenen Komponenten- und Materialkosten sowie der sich entwickelnden Marktdynamik Rechnung zu tragen.

Die Liefersituation verschärft die Lage zusätzlich. Intel hatte chinesische Kunden bereits im Februar vor Lieferzeiten für Server-CPUs von bis zu sechs Monaten gewarnt. AMD-CEO Lisa Su warnte zuletzt, dass der globale CPU-Markt „angespannt" sei, die Nachfrage die Prognosen übertreffe und Lieferengpässe voraussichtlich anhalten werden. Intel berichtete zudem, dass die Nachfrage von KI-Unternehmen im ersten Quartal so stark war, dass sogar bereits abgeschriebene Chips verkauft wurden.

ByteDance reiht sich in globalen Trend ein

Mit dem Schritt zur eigenen Chipentwicklung folgt ByteDance einem globalen Trend unter großen Technologiekonzernen. Auch Googles Muttergesellschaft Alphabet, Amazon und Microsoft entwickeln eigene maßgeschneiderte CPUs, um Kosten zu senken und die Leistung auf ihre spezifischen Arbeitslasten zuzuschneiden. Die wirtschaftlichen Vorteile hauseigener Chips überwiegen demnach zunehmend die Komplexität ihrer Entwicklung.

Auch Nvidia selbst expandiert über Grafikprozessoren hinaus in den CPU-Markt. CEO Jensen Huang hofft, dass die neuen „Vera"-Zentralprozessoren dem Unternehmen Zugang zu einem neuen Markt im Wert von 200 Milliarden US-Dollar verschaffen werden. Im März stellte Nvidia zudem einen neuen Zentralprozessor und ein KI-System vor, das auf der Technologie von Groq basiert – einem auf Inferenz spezialisierten Chip-Startup.

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