BYD plant 50% lokale Produktion in Brasilien bis 2026
Chinesischer E-Auto-Gigant setzt auf regionale Lieferketten und will Marktführer werden

Der chinesische Elektroautohersteller BYD will bis Ende 2026 die Hälfte aller Fahrzeugkomponenten in seinem brasilianischen Werk lokal produzieren und beziehen. Das kündigte Senior Vice President Alexandre Baldy in einem Interview im Werk in Camacari im Bundesstaat Bahia an. Der ehrgeizige Plan ist Teil der Strategie, bis 2030 der größte Autohersteller Brasiliens nach Verkaufsvolumen zu werden.
Das Zieldatum für die 50-Prozent-Marke ist der 1. Januar 2027. Dabei sollen sowohl eigene Produktionslinien als auch lokale Zulieferer wie Reifenhersteller eingebunden werden. "Wir sind sehr schnell hierhergekommen – dieses Tempo müssen wir beibehalten, um dieses Ziel zu erreichen", betonte Baldy. Brasilien ist für BYD der wichtigste Markt außerhalb Chinas.
Seit Oktober hat BYD bereits rund 25.000 Elektro- und Hybridfahrzeuge in dem Industriekomplex produziert. Die Anlage erstreckt sich über mehr als vier Millionen Quadratmeter und wurde vom US-Konzern Ford Motor übernommen, der 2021 seine brasilianische Produktion aufgab. Die lokale Stadt würdigte den neuen Investor, indem sie eine Allee von "Henry Ford" in "BYD" umbenannte.
Regulatorische Anforderungen und Export-Ambitionen
Die Erhöhung des lokalen Anteils erfüllt nicht nur regulatorische Vorgaben, sondern ermöglicht BYD auch den Export in Nachbarländer des Mercosur-Handelsblocks noch in diesem Jahr. Während lokale Industrievertreter und Gewerkschaften kritisieren, dass BYD stark auf Importe und vorübergehend niedrige Zölle angewiesen war, verspricht Baldy die Schaffung von 20.000 Arbeitsplätzen in Brasilien.
Aktuell montiert das Werk Fahrzeuge aus importierten "Semi-Knocked-Down" (SKD) Einheiten und profitierte dabei von einer gerade abgelaufenen Importsteuerbefreiung. BYD will eine Verlängerung dieser Regelung bis Mitte 2025 beantragen. Baldy betont jedoch: "Autos müssen mit lokalen Komponenten produziert werden, um wirtschaftlich und finanziell tragfähig zu sein."
Massive Investitionen in Produktionskapazitäten
Die lokalen Stanz-, Schweiß- und Lackieranlagen stehen kurz vor der Fertigstellung. Diese Expansion ist Teil der ersten Investitionsphase von BYD in Brasilien im Gesamtwert von 5,5 Milliarden Reais (rund 1,1 Milliarden US-Dollar). Ziel ist es, die Kapazität des Werks bis Ende 2026 auf 300.000 Fahrzeuge pro Jahr zu verdoppeln – von derzeit geschätzten 150.000 Einheiten.
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Zur AktienanalyseDer Komplex in Camacari beschäftigt bereits rund 5.000 Mitarbeiter, darunter etwa 2.300 direkte BYD-Angestellte und 2.500 Arbeiter von Baufirmen und Dienstleistern. Montageleiter Adson Santana, der früher für Ford am gleichen Standort arbeitete, zeigte sich bewegt über seine Rückkehr: "Es ist emotional, wieder hier zu sein, nachdem Ford 2021 schloss und Tausende entließ."
Die Ansiedlung von BYD in Bahia wurde allerdings von einer Arbeitsrechtsuntersuchung im Zusammenhang mit dem Bau des Werks überschattet. Der chinesische Konzern steht damit exemplarisch für die Chancen und Herausforderungen ausländischer Investitionen in der brasilianischen Automobilindustrie.


