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Bundestag beschließt Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke

Der Bundestag hat beschlossen, dass die letzten drei deutschen Atomreaktoren vorerst weiterlaufen, um die Stromversorgung des Landes zu sichern

Bundestag beschließt Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke

Die drei verbliebenen Atomreaktoren in Deutschland werden dank einer Abstimmung des Bundestags nun eine längere Laufzeit haben. So werden die Reaktoren Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland bis zum 15. April des nächsten Jahres weiterlaufen.

Laut Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki stimmten 375 Abgeordnete in namentlicher Abstimmung für die Atomgesetzänderung, 216 dagegen und 70 enthielten sich. Insgesamt wurden 661 Stimmen abgegeben.

Carsten Träger, ein Mitglied der SPD, sagte, er werde seine Frau und seine Kinder am 15. April umarmen und mit Champagner anstoßen. Er behauptete, die Verantwortung liege in der Entscheidung, eine vorübergehende "Dehnungsoperation" durchzuführen. Er ist immer noch da, während wir aus der Atomkraft aussteigen, sagte er. Dann kann man aus Sicht der Unionsfraktion auf dem Kopf stehen und mit den Füßen wackeln, und es ist endgültig vorbei. Nina Scheer, eine Fraktionskollegin, warnte eindringlich davor, dass der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken erneuerbare Energiequellen verdrängen würde.

Scharfe Kritik wurde an die CDU/CSU gerichtet. Die CDU/CSU-Koalition bezeichnete den Plan der Bundesregierung als "Minimalkonsens, das Ergebnis eines harten monatelangen Ringens." Die einzige vorübergehende Verbesserung der Betriebszeiten würde sich auf den Preis und die Versorgungssicherheit von Energie beziehen. "Das Ganze ist eine unzureichende Rechnung".

Die Laufzeiten der letzten drei deutschen Atomreaktoren sollen mindestens bis Ende 2024 verlängert werden, so ein separater Antrag der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Die hohen Stromkosten wurden von den Abgeordneten als Begründung angeführt.

Der CSU-Abgeordnete Andreas Lenz warf Wirtschaftsminister Robert Habeck vor, während der Diskussion über den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke falsche Informationen zu verbreiten. "Lügen halten nicht lange an"

Laut dem Grünen-Abgeordneten Harald Ebner nimmt die CDU/CSU das Sicherheitsrisiko, das durch die Verlängerung der Betriebszeiten entsteht, "billigend in Kauf". Er behauptet, dass viele nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl in den 1980er Jahren erkannt haben, dass "Atomkraft keine Lösung ist und nur das Risiko sicher ist". Er erklärte, dass es immer noch keinen Konsens über die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll gibt.

Christian Kühn, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, bezeichnete die 16 Jahre CDU/CSU-geführten Bundesregierungen als "energiepolitisches Versagen". Vor der Schlussabstimmung machten einige Abgeordnete der Grünen deutlich, dass sie der Verlängerung nicht zustimmen wollten.

Die FDP-Abgeordnete Carina Konrad verteidigte die Entscheidung als vernünftig. Sie sei kein "Ampel-Selbstzweck". Es geht darum, die Stromversorgung im Winter aufrechtzuerhalten. Sie riet aber auch dazu, die Erschließung von Schiefergas in Deutschland zu berücksichtigen.

Lukas Köhler, Mitglied ihrer Fraktion, erklärte, dass es darum gehe, wie es 2023-2024 weitergeht, aber dass Kohle und Gas die aktuellen Lösungen seien.

Besonders vor den Gefahren der Atomkraft warnte der Linkspartei-Abgeordnete Ralph Lenkert. Tschernobyl sei der Beweis dafür, dass menschliches Versagen beim Betrieb immer denkbar sei. Er fügte hinzu, dass auch Naturkatastrophen und Materialversagen möglich sind. Er behauptete, dass seine Organisation zur Stabilisierung der Strompreise auf die Verstaatlichung der Übertragungsleitungen drängt. Ihm zufolge stellt die Spekulation mit Strom die größte Gefahr für die Energieversorgung dar.

Laut Thomas Ehrhorn von der AfD haben die Grünen langfristige Pläne, die Lieferungen von preiswertem russischen Gas zu untergraben. Nicht Russland, sondern die Regierung sei schuld an der künstlichen Verknappung der Preise. Er sprach von einem "absurden Sanktionsregime". Deutschland sei auf dem Weg, unsere Industrienation zu zerstören", sagte er.

Seine Fraktion hat die Aufhebung der Laufzeitbeschränkungen für Atomkraftwerke sowie 100 Millionen Euro im Haushalt 2023 für die Erforschung der friedlichen Nutzung der Kernenergie gefordert.

Die starke Uneinigkeit innerhalb des Ampelbündnisses aus SPD, Grünen und FDP wurde durch die Entscheidung des Bundestages vorläufig beigelegt. Ende Oktober hat Bundeskanzler Olaf Scholz entschieden, dass die letzten drei Atomkraftwerke bis zum 15. April laufen sollen. Vorausgegangen war ein langwieriger Streit zwischen Finanzminister Christian Lindner und Wirtschaftsminister Habeck.

Der Bundesrat ist noch für die letzte Stufe zuständig und könnte auf seiner Sitzung am 25. November beschließen, den Vorschlag zu diskutieren. Es ist jedoch äußerst zweifelhaft, dass die Maßnahmen vom Bundesrat abgelehnt werden.

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