Bundesregierung prüft weitere Entlastungen bei steigenden Kraftstoffpreisen
Wirtschaftsministerin Reiche hält zusätzliche Maßnahmen für möglich – auch eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne steht im Raum.

Die Bundesregierung erwägt weitere Entlastungsmaßnahmen angesichts stark steigender Kraftstoffpreise. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erklärte im Deutschen Bundestag, dass die Koalition zusätzliche Schritte einleiten könnte, sollten die bereits beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichen. Besonders im Blick: eine Erhöhung der Pendlerpauschale sowie weitere Optionen zur Senkung der Strompreise.
Der Bundestag hat bereits ein erstes Maßnahmenpaket verabschiedet. Dieses sieht vor, Preiserhöhungen an Tankstellen auf einmal pro Tag zu begrenzen. Zudem wurde das Kartellrecht geändert, sodass Energieunternehmen künftig selbst begründen müssen, warum sie ihre Preise anheben.
Krieg im Nahen Osten als Unsicherheitsfaktor
Reiche warnte ausdrücklich, dass die aktuellen Maßnahmen möglicherweise nicht ausreichen, sollte sich der von den USA geführte Krieg gegen den Iran in die Länge ziehen. Der Konflikt gilt als wesentlicher Treiber der aktuellen Rohölpreisrallye und damit der hohen Kraftstoffpreise an deutschen Tankstellen.
CDU/CSU-Block und SPD wollen bis Freitag eine Einigung über weitere Entlastungsschritte erzielen. Die Koalitionspartner stehen damit unter Zeitdruck, um rasch auf die wirtschaftlichen Belastungen für Verbraucher und Pendler reagieren zu können.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseÜbergewinnsteuer für Ölkonzerne im Gespräch
Besonders brisant: Das Finanzministerium unter SPD-Co-Chef Lars Klingbeil prüft eine sogenannte Übergewinnsteuer für Ölkonzerne. Damit sollen Gewinne abgeschöpft werden, die Energieunternehmen durch den Anstieg der Rohölpreise erzielen – ein Instrument, das in der EU bereits während der Energiekrise 2022 angewandt wurde. Eine solche Steuer ist politisch umstritten, könnte aber kurzfristig Mittel für Entlastungen der Bevölkerung generieren.


