Bundesnetzagentur streicht Vergütung für Einspeisung
Verbraucher sollen über Netzentgelte um 1,5 Milliarden Euro entlastet werden

Die Bundesnetzagentur plant eine schrittweise Abschaffung der Vergütung für die dezentrale Einspeisung von Strom. Diese Maßnahme soll laut Behörde zu einer Entlastung der Stromkunden in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Euro über einen Zeitraum von drei Jahren führen. Derzeit erhalten Betreiber dezentraler konventioneller Kraftwerke eine zusätzliche Zahlung, die sogenannten vermiedenen Netzentgelte, da lokal erzeugter Strom ursprünglich auch lokal verbraucht und somit die Netzinfrastruktur entlastet hätte.
Diese Annahme habe sich jedoch zunehmend als überholt erwiesen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wird dezentral erzeugter Strom mittlerweile immer häufiger über weite Strecken transportiert. Die Folge: Auch der lokal erzeugte Strom belastet das Stromnetz in vergleichbarer Weise wie zentral eingespeister Strom. Die Zahlung der vermiedenen Netzentgelte erfolgt bislang über die allgemeinen Netzentgelte, die alle Stromverbraucher tragen. Bundesweit summieren sich diese Zahlungen auf etwa eine Milliarde Euro pro Jahr und machen im Durchschnitt etwa drei Prozent der gesamten Netzkosten aus.
Die derzeit geltenden Regelungen laufen zum 31. Dezember 2028 aus. Anstatt diese Vergütung abrupt zu streichen, will die Bundesnetzagentur einen gestaffelten Übergang ermöglichen. Ab dem Jahr 2026 soll die Vergütung schrittweise verringert und bis zum Jahr 2029 vollständig eingestellt werden. Ziel ist es, den Betreibern von dezentralen Erzeugungsanlagen ausreichend Planungssicherheit zu geben.
Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, bezeichnete die Subvention durch vermiedene Netzentgelte als nicht mehr zeitgemäß. Die Zahlungen, die einst als sinnvolle Unterstützung für lokale Erzeugungsstrukturen eingeführt worden waren, würden mittlerweile in erster Linie Verbraucherinnen und Verbraucher belasten. Solar- und Windkraftanlagen sind von der geplanten Regelung nicht betroffen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDurch die geplante Maßnahme soll künftig eine gerechtere Verteilung der Netzkosten erfolgen. Der Bonuscharakter der bisherigen Regelung für kleinere konventionelle Kraftwerke wird damit infrage gestellt. Die Stromkunden sollen von der neuen Regelung finanziell profitieren, indem die entstehenden Einsparungen an sie weitergegeben werden.


