Buffett verkaufte Apple-Aktien – wohin floss das Kapital?
Berkshire Hathaway reduzierte seine größte Beteiligung deutlich. Was mit dem freigesetzten Kapital geschah und was Greg Abel nun plant.

Warren Buffett gilt als der bedeutendste Investor der Neuzeit. Nach über sechs Jahrzehnten an der Spitze von Berkshire Hathaway trat der 95-Jährige Ende 2025 als CEO zurück und übergab das Ruder an Greg Abel. Doch auch nach seinem Abgang verfolgen Millionen von Anlegern weltweit jeden Schritt des legendären Investors – und die letzten Entscheidungen vor seinem Rücktritt sind besonders aufschlussreich.
Bevor Buffett abtrat, hatte er – oder möglicherweise sein Investment-Stellvertreter Ted Weschler – einen erheblichen Teil der größten Aktienposition von Berkshire Hathaway veräußert. Bei dieser Position handelt es sich um Apple, den wertvollsten börsennotierten Konzern der Welt.
Massiver Abbau der Apple-Position
Ende 2024 hielt Berkshire Hathaway noch rund 300 Millionen Apple-Aktien im Wert von etwa 75 Milliarden US-Dollar. Das entsprach rund 2 Prozent des gesamten Marktwertes von Apple. In drei der darauffolgenden vier Quartale wurden Anteile verkauft, sodass Berkshire zuletzt noch rund 228 Millionen Apple-Aktien im Wert von etwa 62 Milliarden US-Dollar hielt.
Trotz des Verkaufs bleibt Apple damit weiterhin die mit Abstand größte Einzelposition im Berkshire-Portfolio. Zum Vergleich: Ende 2024 machten Apple-Aktien noch stolze 28 Prozent des gesamten Aktienportfolios von Berkshire aus – zuletzt waren es noch rund 22 Prozent. Eine mögliche Erklärung für die Verkäufe ist daher eine schlichte Portfolio-Neugewichtung, um die Abhängigkeit von einer einzigen Aktie zu reduzieren. Wie es im Investmentjargon heißt: zu viele Eier in einem Korb.
Neue Positionen und Aufstockungen
Das freigesetzte Kapital floss in verschiedene Richtungen. Vor seinem Rücktritt eröffnete Buffett eine neue Position bei der New York Times und stockte bestehende Beteiligungen auf – darunter beim Energiekonzern Chevron und beim Versicherungsunternehmen Chubb. Gleichzeitig reduzierte Berkshire seine Beteiligung an der Bank of America.
Seit dem Führungswechsel zu Greg Abel hat sich der Investmentfokus leicht verschoben. Abel beaufsichtigte bedeutende Investitionen in Alphabet, die Muttergesellschaft von Google. Zudem tätigte er mit dem US-amerikanischen Hausbauer Taylor Morrison seine erste große Übernahme als neuer Berkshire-Chef. Darüber hinaus wurden Millionen US-Dollar für den Rückkauf eigener Berkshire-Aktien eingesetzt.
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Zur AktienanalyseBerkshire als Konglomerat mit Zukunftspotenzial
Berkshire Hathaway ist weit mehr als ein reines Aktienportfolio. Das Unternehmen ist ein breit diversifiziertes Konglomerat aus soliden Einzelunternehmen verschiedenster Branchen, das auf langfristige Beständigkeit ausgelegt ist. Besonders die Energiesparte, die Abel vor seiner Ernennung zum CEO selbst leitete, könnte künftig an Bedeutung gewinnen. Hintergrund ist der rasant steigende Strombedarf durch Rechenzentren, die für den Betrieb von Künstlicher Intelligenz enorme Mengen an Energie benötigen.
Für deutsche Privatanleger bleibt Berkshire Hathaway damit ein interessantes Basisinvestment: ein Unternehmen mit jahrzehntelanger Erfolgsbilanz, das sich nun unter neuer Führung neu aufstellt – und dabei auf Wachstumstrends wie den Energiebedarf der digitalen Wirtschaft setzt.


