ANZEIGE

Buchrezension: Wie Amerika das Tudor-England mit Luxusgütern versorgte

Lauren Workings „A Golden World" beleuchtet den kolonialen Ursprung von Perlen, Papageien und Edelsteinen am englischen Königshof.

• 3 Min
Buchrezension: Wie Amerika das Tudor-England mit Luxusgütern versorgte

Königin Elisabeth I. liebte Perlen. Für ihre Zeitgenossen im Tudor-England symbolisierten diese irisierenden weißen Juwelen Reinheit – passend für eine „jungfräuliche Königin". Ihr Höfling Walter Raleigh ließ sich 1588 in den persönlichen Farben der Königin malen: Schwarz und Weiß, wobei das Weiß durch Kaskaden von Perlen gebildet wurde – von seinen Ohren bis zu seinen besetzten Kniebundhosen.

Doch woher stammte dieser ständige Vorrat an Perlen am englischen Hof? Die Antwort liegt in Amerika. Perlen wurden in Europa seit der Antike getragen, oft aus dem Indischen Ozean importiert. Doch 1498 eröffnete Christoph Kolumbus' dritte Atlantikreise den Weg zum südamerikanischen Festland. In den folgenden Jahrzehnten überschwemmten Millionen von Atlantikperlen den europäischen Markt.

Indigene Spuren in englischen Haushalten

Lauren Working, Historikerin an der University of York, zeichnet in ihrem Buch „A Golden World" die „greifbaren Spuren" nach, die indigene Völker aus ganz Amerika in der Gesellschaft der Tudor- und Stuart-Zeit hinterlassen haben. Ihr Untersuchungsfeld reicht von den Biberjägern der Großen Seen bis zu den Silberminen von Potosí in Bolivien. Ihr besonderes Interesse gilt Objekten und physischen Materialien, die von indigener Hand hergestellt wurden, und der Frage, wie diese in englischen Haushalten landeten.

Das Buch bietet auf jeder Seite farbenfrohes historisches Material. So erfährt der Leser von einem Kaufmann, der wahrscheinlich auf einem Schiff aus Persien ermordet wurde, nachdem er mit seinen Juwelen geprahlt hatte. Sein sieben Zoll großer Smaragd wurde schließlich – dank der Prahlerei eines betrunkenen Komplizen in einer Taverne – versteckt in einem alten Schuh in einer zwielichtigen Gegend Londons entdeckt. Ebenso begegnet man dem Papagei von Raleighs Halbbruder John Gilbert, der nachmittags gerne Claret trank und später von einer habgierigen Königin als Geschenk eingefordert wurde.

Working lenkt die Aufmerksamkeit auch auf die wenigen schriftlichen Berichte über Roanoke, die dem Untergang geweihte Kolonie, die Raleigh zweimal in North Carolina zu gründen versuchte. Ein seltener Besucher berichtete, dass europäische Siedler nur selten selbst Perlen fanden. Ein Kolonist hatte jedoch „unter dem wilden Volk" etwa 5.000 Perlen „zusammengetragen", aus denen er eine „sehr schöne" Halskette als Geschenk für die Königin fertigte. Wie genau diese Steine „zusammengetragen" wurden, ist nicht überliefert.

Kritik an der Methodik

Die Rezension in der Financial Times lobt Workings erschöpfendes Wissen, übt aber auch deutliche Kritik. So erzählt Working die Anekdoten über Gilberts Papagei, als handele es sich um zwei verschiedene Vögel statt um einen – ein Fehler, der symptomatisch für ein Buch sei, das nicht immer anerkenne, wie klein und elitär die Gruppe der Engländer war, die von solchen Luxusimporten profitierten.

Darüber hinaus verliere Working nach einer vielversprechenden Einleitung das Interesse am Einfluss der Neuen Welt auf das englische literarische Bewusstsein. John Donnes Gedicht „The Sun Rising" wird lediglich als das Werk eines „elisabethanischen Dichters" zusammengefasst, der namenlos bleibt.

Workings größeres Anliegen ist es, die englische Behandlung der indigenen Neuen Welt kritisch zu beleuchten. Sie stellt sich damit gegen Jahrhunderte patriotischer britischer imperialer Geschichtsschreibung. Die Rezension wirft ihr jedoch vor, sich dabei auf die Seite der Verfechter der Critical Race Theory zu schlagen und diese selektiv zu zitieren. Berichte über im Mittelmeer versklavte englische Seeleute werden als Sensationsjournalismus abgetan, während afrikanische Anführer, die am Sklavenhandel beteiligt waren, unerwähnt bleiben.

Das Fazit der FT-Rezension fällt ambivalent aus: „A Golden World" glänze vor Details und beherrsche das Fachgebiet zweifellos. Doch das Buch bediene sich derselben vereinfachenden Tropen von edlen und verfluchten Nationen, für die Working imperiale Historiker und Tudor-Propagandisten verurteile. Es sei eine „simplistische Überkorrektur".

„A Golden World: How the Americas Transformed Renaissance England" von Lauren Working ist bei Faber für 22 Pfund bzw. bei Pegasus für 29,95 US-Dollar erschienen und umfasst 384 Seiten.

A Golden WorldLauren WorkingTudor EnglandKolonialgeschichtePerlen AmerikaRenaissance EnglandBuchrezension Finanzgeschichte

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.