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Buchrezension: „How to Win a Trade War" – Handelspolitik im Fokus

Ein neues Buch erklärt verständlich, wie Handelskriege funktionieren – und warum das Thema aktueller denn je ist.

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Buchrezension: „How to Win a Trade War" – Handelspolitik im Fokus

Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus hat die Welt einem Crashkurs in Handelspolitik unterzogen. Mit den weltweiten US-Zöllen, die er am 2. April 2025 – dem von ihm selbst ausgerufenen „Tag der Befreiung" – verkündete, rückte das Thema Handelskrieg schlagartig ins Zentrum der öffentlichen Debatte. Laut Umfragen betrachten 72 Prozent der amerikanischen Wähler diese Zölle als schädlich für die Wirtschaft.

Das wirtschaftliche und rechtliche Drama rund um die Zölle hat das Bewusstsein für komplexe Themen geschärft – von internationalen Handelsdefiziten bis hin zu den Abschnitten 122 und 301 des United States Trade Act. Für viele Beobachter und Anleger weltweit ist ein tieferes Verständnis dieser Zusammenhänge längst überfällig. Denn Regierungen rund um den Globus führen zunehmend neue Handels- und Investitionsbeschränkungen sowie Subventionen ein, die sich seit 2015 insgesamt verfünffacht haben.

Ein Buch zur richtigen Zeit

In dieses wachsende Informationsbedürfnis stoßen Soumaya Keynes und Chad P. Bown mit ihrem Werk „How to Win a Trade War: Ein optimistischer Leitfaden für eine besorgte Weltwirtschaft". Das Buch gilt als zugängliche, gut recherchierte und pointierte Einführung in das globale Handelssystem. Keynes ist Wirtschaftskolumnistin bei der Financial Times, Bown Senior Fellow am Peterson Institute for International Economics und war während der Biden-Administration Chefökonom des Außenministeriums.

Das Buch erscheint in einem Umfeld, in dem zuletzt mehrere beachtenswerte Werke zu verwandten Themen veröffentlicht wurden. So beleuchtet Paul Blusteins „King Dollar" (2025) das Schicksal der US-Währung, während Edward Fishmans „Chokepoints" (2025) das Thema wirtschaftliche Kriegsführung untersucht. Dennoch haben bislang nur wenige Autoren die konkreten Details der Handelspolitik in diesem zunehmend konfliktreichen wirtschaftlichen Umfeld analysiert.

Ungewöhnlicher Ansatz mit didaktischem Mehrwert

Die zentrale Grundidee des Buches ist bewusst provokant gewählt: „Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Entscheidungsträger, der unbedingt einen Handelskrieg führen will", schreiben Keynes und Bown. Aus welchem Land, gegen wen und warum – das überlassen die Autoren der Fantasie des Lesers. Dieser ungewöhnliche Rahmen dient jedoch einem klaren didaktischen Zweck.

Mithilfe dieses Gedankenexperiments führen die Autoren den Leser durch die sich wandelnden industriepolitischen Strategien der großen Volkswirtschaften. Dabei beleuchten sie die Auswirkungen verschiedener handelspolitischer Instrumente – von klassischen Zöllen bis hin zu modernen Exportkontrollen. Besonderes Augenmerk gilt dabei den multinationalen Unternehmen und Verbrauchern, die im Kreuzfeuer solcher Auseinandersetzungen stehen.

Für deutsche Privatanleger und Wirtschaftsinteressierte bietet das Buch wertvolle Orientierung in einer Zeit, in der handelspolitische Entscheidungen unmittelbare Auswirkungen auf Aktienmärkte, Lieferketten und Unternehmensgewinne haben. Die Verfünffachung staatlicher Handels- und Investitionsbeschränkungen seit 2015 zeigt, dass es sich dabei um einen strukturellen Trend handelt – und nicht um ein vorübergehendes Phänomen.

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