Broadcom kurz vor $2-Billionen-Club – Apple sichert $30 Milliarden
Der Halbleiterriese Broadcom nähert sich einer Marktkapitalisierung von zwei Billionen Dollar – angetrieben von KI-Boom und einem milliardenschweren Apple-Deal.

Broadcom steht kurz vor einem der exklusivsten Meilensteine der Finanzwelt. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 1,91 Billionen US-Dollar fehlen dem Halbleiter- und Infrastruktursoftware-Konzern weniger als 5%, um in den sogenannten $2-Billionen-Club aufzusteigen. Bei der aktuellen Aktienanzahl würde ein Kursanstieg auf etwa 420 US-Dollar pro Aktie ausreichen, um dieses Ziel zu erreichen. Allein am Donnerstag legte die Aktie um mehr als 3% zu.
Den jüngsten Kursschub lieferte Apple. Der iPhone-Hersteller gab bekannt, in den kommenden Jahren mehr als 30 Milliarden US-Dollar bei Broadcom auszugeben – eine Zusage, die eine ohnehin schon enge Lieferantenbeziehung weiter festigt. Die Vereinbarung läuft bis 2031 und umfasst maßgeschneiderte Chips sowie fortschrittliche drahtlose Konnektivitätskomponenten, darunter Hochfrequenzfilter für iPhones und andere Apple-Geräte. Alle Chips sollen in den USA gefertigt werden.
Broadcom wird im Gegenzug 1,5 Milliarden US-Dollar investieren, um sein Werk in Fort Collins, Colorado, zu modernisieren. Insgesamt soll die Vereinbarung mehr als 15 Milliarden in den USA hergestellte Chips hervorbringen – der größte Einzelposten in Apples Bestreben, die heimische Fertigung auszuweiten. Apple ist seit Langem einer der größten Kunden von Broadcom, primär für Wireless- und Konnektivitätskomponenten. Der neue Deal vertieft also eine bestehende Beziehung, anstatt eine neue zu eröffnen.
Der KI-Motor hinter dem Aufstieg
Der eigentliche Wachstumstreiber für Broadcom ist jedoch nicht der Apple-Deal – sondern künstliche Intelligenz. Im zweiten Geschäftsquartal, das am 3. Mai endete, erzielte Broadcom mit KI-Halbleitern einen Umsatz von 10,8 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 143% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz des Quartals stieg um 48% auf einen Rekordwert von 22,2 Milliarden US-Dollar, der freie Cashflow lag bei über 10 Milliarden US-Dollar – das entspricht 46% des Umsatzes.
Das Management erwartet eine weitere Beschleunigung. Für das laufende Quartal prognostiziert Broadcom einen Umsatz von rund 16 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von etwa 200% im KI-Segment entspräche. Darüber hinaus bekräftigte das Unternehmen sein Ziel von mehr als 100 Milliarden US-Dollar Umsatz mit KI-Halbleitern im Geschäftsjahr 2027. Broadcom entwickelt maßgeschneiderte KI-Beschleuniger und Netzwerkchips für die größten Cloud-Konzerne weltweit, die ihre Rechenzentren massiv ausbauen.
Auch das Auftragsbuch stützt diese Prognosen. Das Unternehmen gab an, dass die Buchungen für KI-Halbleiter die Marke von 30 Milliarden US-Dollar überschritten haben – eine seltene Transparenz über die künftige Nachfrage, die Investoren Planungssicherheit gibt.
Bewertung und Risiken im Blick
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Zur AktienanalyseTrotz der jüngsten Kursrallye wird Broadcom mit etwa dem 25-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet. Das ist nicht günstig, liegt aber weit unter den dreistelligen Bewertungsmultiplikatoren einiger der heißesten KI-Aktien am Markt. Im Verhältnis zum tatsächlichen Wachstum des Unternehmens erscheint die Bewertung vertretbar.
Das größte Risiko bleibt jedoch dieselbe Kraft, die die Aktie auf dieses Niveau getrieben hat. Eine Bewertung dieser Größenordnung setzt voraus, dass der Ausbau der Rechenzentren weiter beschleunigt wird. Jedes Anzeichen für eine Abkühlung der Cloud-Ausgaben könnte die Broadcom-Aktie besonders hart treffen. Anleger sollten diesen Zusammenhang im Blick behalten.
Insgesamt liefert das Geschäft hinter den Zahlen jedoch solide Ergebnisse: Der KI-Umsatz wächst im dreistelligen Prozentbereich, ein Ankerkunde ist bis zum Ende des Jahrzehnts gebunden, und die Margen bleiben stark. Der Weg in den $2-Billionen-Club scheint für Broadcom weniger eine Frage des Ob als des Wann zu sein – auch wenn der Weg dorthin von Höhen und Tiefen begleitet sein dürfte.

