British Heart Foundation schließt rund 150 Charity-Shops in Großbritannien
Steigende Kosten und verändertes Kundenverhalten zwingen die britische Herzstiftung zu drastischen Einschnitten im Einzelhandel.

Die British Heart Foundation (BHF) plant die Schließung von rund 150 ihrer Wohltätigkeitsläden. Als Grund nennt die Organisation ein „außergewöhnlich herausforderndes Handelsumfeld", das durch steigende Betriebskosten und ein verändertes Kundenverhalten geprägt sei. Einige Filialen seien dadurch „finanziell nicht mehr tragbar".
Derzeit betreibt die BHF insgesamt 640 Läden und Geschäfte in England, Wales, Schottland und Nordirland. Die geplanten Schließungen machen damit knapp ein Viertel des gesamten Filialnetzes aus. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen: Bis Ende März 2027 sollen rund 90 Standorte schließen, die verbleibenden betroffenen Filialen folgen bis März 2028.
Trotz der Einschnitte betont die Organisation, dass die finanzielle Gesamtlage „stabil" bleibe. Starke Spendeneingänge und Erbschaftserträge stützten die Finanzierung weiterhin. Die BHF will zudem die zentralen Teams, die den Einzelhandelsbereich unterstützen, verkleinern.
Schwieriger Schritt für Mitarbeiter und Freiwillige
CEO Charmaine Griffiths räumte offen ein, dass dies eine schwierige Zeit für Mitarbeiter und Freiwillige sei, und dankte ihnen ausdrücklich für ihren Einsatz. „Wie die meisten Einzelhändler stehen wir vor einem außergewöhnlich herausfordernden Handelsumfeld", sagte sie. „Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen im Vereinigten Königreich, und unsere Priorität ist die Finanzierung der Forschung zur Rettung von Leben."
Griffiths betonte, dass der schwierige Schritt notwendig sei, um den wichtigen Beitrag des Einzelhandels zur Finanzierung der Forschung langfristig aufrechtzuerhalten. Laut BHF habe kein einzelner Faktor allein zu den Schließungsplänen geführt. Die Standorte der betroffenen Läden sollen auf der Website der Organisation bekannt gegeben werden, sobald die jeweiligen Mitarbeiter informiert wurden.
Neben dem stationären Filialnetz verfügt die BHF über Online-Vertriebskanäle, darunter die eigene Website sowie eine Präsenz auf eBay. Die Organisation kündigte an, den Einzelhandelsbetrieb weiterzuentwickeln, „um dem veränderten Einkaufsverhalten der Kunden und den Gewohnheiten der Spender Rechnung zu tragen".
Branchenweiter Druck auf Charity-Einzelhandel
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Zur AktienanalyseDie BHF ist mit ihren Problemen nicht allein. Im vergangenen Jahr hatte bereits Cancer Research UK angekündigt, bis Mai dieses Jahres rund 90 Läden in Einkaufsstraßen zu schließen sowie bis April 2027 bis zu 100 weitere Standorte aufzugeben. Gleichzeitig plant Cancer Research UK die Eröffnung von 12 Großmärkten außerhalb der Stadtzentren in den nächsten zwei Jahren.
Wie viele Einzelhändler in britischen Innenstädten sieht sich auch die BHF mit „steigenden Kosten, Inflationsdruck und veränderten Konsumgewohnheiten" konfrontiert. Dazu zählen sinkende Besucherzahlen in den Innenstädten, höhere Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber sowie wachsende Konkurrenz durch Online-Wiederverkaufsplattformen. Viele Einzelhändler verweisen zudem auf eine Kostenwelle seit April des vergangenen Jahres, ausgelöst durch gestiegene Arbeitgeberbeiträge zur National Insurance sowie höhere Mindestlöhne.
Auch der britische Supermarktkonzern Morrisons ist von der schwierigen Lage im stationären Handel betroffen und plant die Schließung von 100 Filialen in den kommenden Monaten. Dies verdeutlicht, dass der Druck auf den britischen Einzelhandel weit über den Charity-Sektor hinausgeht und strukturelle Ursachen hat.


