British American Tobacco hebt Prognose für Next-Generation-Produkte an
Der Tabakkonzern BATS bleibt trotz regulatorischer Hürden auf Kurs und steigert das Wachstum rauchfreier Produkte deutlich.

British American Tobacco (BATS) hat im jüngsten Halbjahresbericht seine Prognose für die sogenannten „New Categories" – also Next-Generation-Produkte wie Vapour und Modern Oral – leicht angehoben. Der bereinigte Vorsteuergewinn für das erste Halbjahr wird voraussichtlich 4,76 Milliarden Pfund betragen. Das Unternehmen bestätigt damit seine Gesamtjahresprognose und zeigt sich trotz eines schwierigen Marktumfelds robust aufgestellt.
Für das Gesamtjahr erwartet BATS ein Umsatzwachstum zwischen 3 % und 5 %, was zu einem Anstieg des bereinigten Gewinns zwischen 4 % und 6 % führen soll. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass das weltweite Tabakvolumen in diesem Jahr voraussichtlich um 2,5 % sinken wird – ein struktureller Gegenwind, den der Konzern durch Preissetzungsmacht und den Ausbau rauchfreier Produkte abzufedern versucht.
Rauchfreie Produkte gewinnen an Gewicht
Der Bereich „New Categories" macht aktuell 18,2 % des Gesamtumsatzes aus. Das langfristige Ziel liegt bei 50 %, da BATS anstrebt, bis 2035 ein überwiegend rauchfreies Unternehmen zu werden. Für das erste Halbjahr sowie das Gesamtjahr wird im Bereich Modern Oral und Vapour ein Umsatzwachstum im mittleren Zehner-Prozentbereich erwartet – eine leichte Anhebung gegenüber der bisherigen Prognose.
Der größte Markt des Konzerns, die USA, entwickelte sich im ersten Halbjahr sowohl bei traditionellen Tabakprodukten als auch bei Vapour und Modern Oral stark. Für das zweite Halbjahr rücken nun anspruchsvollere Vergleichswerte in den Fokus, was die Messlatte für weiteres Wachstum erhöht.
Regulatorischer Druck und rechtliche Belastungen
Die Herausforderungen für BATS sind vielfältig. Der Konzern hatte zuvor eine Rückstellung in Höhe von 6,2 Milliarden zur Beilegung von Rechtsansprüchen in Kanada angekündigt. Ein Teil dieser Rückstellung wurde nun aufgelöst, was die Gewinnzahlen positiv verzerrt. Die Vereinbarung belastet die Rentabilität jedoch weiterhin, da der Rest der Vergleichssumme aus künftigen Tabakgewinnen in Kanada gezahlt werden muss.
Zusätzlich belasten regulatorischer Gegenwind und erhebliche Erhöhungen der Verbrauchssteuern in Ländern wie Australien und Bangladesch die Performance. In den USA hat der Verkauf illegaler Vapour-Produkte die Gewinne in diesem wichtigen Markt bereits geschmälert. BATS hofft jedoch, dass erste Anzeichen einer Durchsetzung auf Bundes- und Bundesstaatsebene dieses Problem künftig mildern werden.
Starke Cash-Generierung stützt Aktionärsrenditen
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Zur AktienanalyseTrotz aller Widrigkeiten bleibt BATS eine verlässliche Cash-Maschine. Die erheblichen Einnahmen des Konzerns sollen für das Gesamtjahr den Abschluss eines Aktienrückkaufprogramms im Wert von 1,3 Milliarden ermöglichen. Hinzu kommt eine progressive Dividendenpolitik mit einer aktuellen Rendite von 5,4 % – ein Wert, der für Einkommensinvestoren besonders attraktiv ist. Darüber hinaus plant der Konzern eine weitere Reduzierung der Nettoverschuldung.
Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten um 37 % zugelegt und damit den breiteren FTSE 100 mit einem Plus von 17,8 % deutlich übertroffen. Über zwei Jahre beläuft sich der Kursanstieg sogar auf rund 90 %. Dennoch notiert die Aktie noch immer etwa 17 % unter den Rekordniveaus aus dem Jahr 2017.
Der Marktkonsens bewertet die BATS-Aktie als „Kauf" und spiegelt damit den anhaltenden Optimismus wider, dass der Konzern den strukturellen Wandel der Tabakindustrie erfolgreich meistern kann. Die Kombination aus starker Cash-Generierung, wachsenden Next-Generation-Produkten und einer attraktiven Dividendenrendite macht BATS für viele Anleger weiterhin zu einem interessanten Investment – trotz der ethischen und regulatorischen Risiken, die den Sektor begleiten.


