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Britisches Pfund verzeichnet schlechtesten Monat seit Oktober

Das Pfund Sterling verliert im März 1,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar – trotzdem die stärkste Währung seit Kriegsbeginn.

Britisches Pfund verzeichnet schlechtesten Monat seit Oktober

Das britische Pfund Sterling steuert auf seinen schlechtesten Monat seit Oktober zu. Im März verlor die Währung rund 1,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar – ein leicht stärkerer Rückgang als noch im Februar. Dennoch schneidet das Pfund im internationalen Vergleich bemerkenswert gut ab.

Seit Beginn des Konflikts mit dem Iran ist das Pfund die Währung mit der besten Wertentwicklung gegenüber dem US-Dollar unter den großen Devisen. Der Euro büßte in diesem Zeitraum rund 2,5 Prozent ein, während der als sicherer Hafen geltende japanische Yen 2,4 Prozent und der Schweizer Franken sogar 3,6 Prozent verloren. Die relative Stärke des Pfunds überrascht angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen Großbritanniens.

Zinserwartungen drehen sich drastisch

Ein wesentlicher Faktor für die Pfund-Stabilität ist die veränderte Zinspolitik-Erwartung. Vor Kriegsbeginn hatten die Geldmärkte noch zwei Zinssenkungen der Bank of England für 2026 eingepreist. Nun rechnen Marktteilnehmer mit bis zu drei Zinserhöhungen – eine dramatische Kehrtwende, die dem Pfund Unterstützung verleiht.

Alan Taylor, Mitglied des geldpolitischen Rates (Monetary Policy Committee) der Bank of England, dämpfte diese Erwartungen jedoch am Donnerstag. Er sehe die Hürden für Zinserhöhungen als hoch an und bevorzuge es, die Kreditkosten stabil zu halten, bis mehr Klarheit über die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts bestehe. Taylor, der bis Kriegsbeginn ein ausgewiesener Befürworter niedrigerer Zinsen war, stimmte diesen Monat gemeinsam mit allen acht weiteren Ausschussmitgliedern für eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus – einige warnten jedoch vor möglichen Erhöhungen.

Die britische Inflation liegt deutlich höher als in anderen entwickelten Volkswirtschaften. Das hat dazu geführt, dass britische Staatsanleihen, sogenannte Gilts, aggressiver verkauft wurden und die Renditen entsprechend stark gestiegen sind. Die Renditen zweijähriger Gilts – die besonders sensibel auf Inflations- und Zinserwartungen reagieren – kletterten seit Kriegsbeginn um fast einen Prozentpunkt und notieren nahe ihrem höchsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren.

Bank of America rät zum Pfund-Verkauf

Trotz der relativen Stärke des Pfunds warnen Analysten vor strukturellen Risiken. "Das Pfund Sterling zeigt sich weiterhin weitgehend widerstandsfähig, aber dauerhaft höhere Kreditkosten werden zusammen mit einem schwächeren Wachstum unweigerlich den fiskalischen Spielraum einschränken", schrieben Analysten der Bank of America. Das Institut empfiehlt seinen Kunden, das Pfund gegenüber dem US-Dollar zu verkaufen.

Finanzministerin Rachel Reeves steht dabei unter erheblichem Druck. Die Kreditkosten des Vereinigten Königreichs sind im Vergleich zu fast allen anderen entwickelten Volkswirtschaften überdurchschnittlich hoch, was den haushaltspolitischen Handlungsspielraum der Regierung empfindlich einschränkt. Für Anleger bleibt das Pfund damit ein Balanceakt zwischen relativer Stärke und struktureller Anfälligkeit.

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