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Britisches Pfund unter Druck: Starmer-Krise belastet Währung vor US-Inflationsdaten

Politische Turbulenzen in London und brisante US-CPI-Daten setzen das Pfund Sterling am Dienstag unter erheblichen Druck.

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Britisches Pfund unter Druck: Starmer-Krise belastet Währung vor US-Inflationsdaten

Das Britische Pfund hat am Dienstag seine Verluste ausgeweitet. Gleich zwei Belastungsfaktoren drücken auf die Währung: der wachsende politische Druck auf Premierminister Keir Starmer sowie die Erwartung potenziell marktbewegender US-Inflationsdaten. Um 08:32 Uhr ET (12:32 Uhr GMT) notierte GBP/USD um 0,71% tiefer bei 1,3514, während EUR/USD um 0,37% auf 1,1738 nachgab.

Die politische Lage in London hat sich für das Pfund drastisch verschlechtert. Innenministerin Shabana Mahmood schloss sich mehr als 70 Abgeordneten an, die öffentlich den Rücktritt von Premierminister Starmer fordern. Wettmärkte preisen nun eine hohe Wahrscheinlichkeit ein, dass Starmer noch in diesem Jahr aus dem Amt scheidet – ein Szenario, das die Devisenmärkte zunehmend einzupreisen beginnen.

Die Analysten der ING wiesen darauf hin, dass Anleger jede bevorstehende Ansprache des Premierministers wahrscheinlich als potenzielle Rücktrittserklärung werten werden. Zum ersten Mal seit Langem zeichnet sich im Währungspaar EUR/GBP eine sichtbare politische Risikoprämie ab. Das Modell der ING stuft diese jedoch noch als moderat ein – mit einer kurzfristigen Überbewertung von rund 0,3%. Dies deutet darauf hin, dass das Pfund erheblichen Spielraum für einen tieferen Negativaufschlag hat, sollte sich die Unsicherheit in der Führungsfrage weiter beschleunigen.

Mögliche Starmer-Nachfolger im Fokus der Märkte

Als Favoriten für die Nachfolge Starmers gelten laut Marktbeobachtern Andy Burnham, Wes Streeting und Angela Rayner. Die Märkte reagieren dabei besonders sensibel auf die fiskalpolitischen Ansichten von Andy Burnham, da diese erhebliche Auswirkungen auf die britische Haushaltspolitik haben könnten.

Das dominierende Ereignisrisiko für den US-Dollar und den breiteren Devisenmarkt ist an diesem Handelstag die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise (CPI) für April. Die ING prognostiziert einen Anstieg von 0,9% im Monatsvergleich – zum zweiten Mal in Folge. Dies würde die Jahresrate auf 4,0% treiben und läge damit deutlich über dem Marktkonsens von 0,6% im Monatsvergleich bzw. 3,7% im Jahresvergleich. Als Haupttreiber gelten stark gestiegene Benzin- und Dieselpreise. Die Kernrate hingegen dürfte mit 0,3% im Monatsvergleich moderater ansteigen und damit dem Konsens von 2,7% im Jahresvergleich entsprechen.

US-Inflation allein reicht nicht für starken Dollar

Die ING warnte jedoch, dass selbst ein über den Erwartungen liegender Gesamtwert allein nicht ausreichen könnte, um den Dollar wesentlich zu stärken. Die entscheidende Frage sei, ob hohe Inflationszahlen in Kombination mit dem anhaltenden Stillstand bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran die bislang widerstandsfähigen Aktienmärkte letztlich belasten werden. Zuletzt fielen gute Tage für den Greenback mit schlechten Tagen für Aktien zusammen. Es ist dieser Aktienkanal – und nicht allein die Zinsdifferenzen –, über den der CPI den US-Dollar-Index (DXY) am wahrscheinlichsten bewegen wird.

Das geopolitische Risiko blieb ebenfalls fest im Fokus. Trump erklärte, der Waffenstillstand hänge am „seidenen Faden", und Berichte über neue militärische Aktivitäten in der Straße von Hormus hielten die Ölpreise auf hohem Niveau. Laut ING besteht ein umso größeres mittelfristiges Aufwärtspotenzial für den Dollar durch eine anhaltende Belastung des globalen Wachstums, je länger das Patt zwischen den USA und dem Iran andauert.

Für EUR/USD behielt die ING ihre bärische Einschätzung bei. Das Paar konnte sich zwar dank stabiler Risikostimmung behaupten, doch warnte die Bank, dass jede bedeutende Korrektur an den Aktienmärkten mit dem aktuellen Kursniveau unvereinbar wäre. Die heutigen ZEW-Umfragen für die Eurozone dürften zudem eine weitere Verschlechterung der Stimmung in Deutschland zeigen. Ein Ausbruch über 1,1800 erscheint im aktuellen Umfeld nicht nachhaltig – ein erneuter Test der Marke von 1,1700 bleibt das wahrscheinlichere kurzfristige Szenario.

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