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Britisches Pfund unter Druck: Inflations- und Arbeitsmarktdaten im Fokus

Sterling schwankt vor wichtigen Konjunkturdaten, die über weitere Zinssenkungen der Bank of England entscheiden könnten.

Britisches Pfund unter Druck: Inflations- und Arbeitsmarktdaten im Fokus

Das britische Pfund zeigt sich zum Wochenstart unentschlossen. Gegenüber dem US-Dollar notiert Sterling bei 1,3647 USD leicht im Minus, während es zum Euro bei 86,96 Pence nahezu unverändert bleibt. Die Märkte warten gespannt auf wegweisende Wirtschaftsdaten, die am Dienstag und Mittwoch veröffentlicht werden.

Am Dienstag stehen die britischen Arbeitsmarktzahlen an, am Mittwoch folgen die Inflationsdaten. Diese Veröffentlichungen dürften maßgeblich darüber entscheiden, ob die Bank of England (BoE) ihre Geldpolitik weiter lockert. Die Notenbank hatte Anfang Februar den Leitzins mit knapper Mehrheit von 5 zu 4 Stimmen bei 3,75 Prozent belassen.

Ökonomen erwarten einen Anstieg der Verbraucherpreise um 3,0 Prozent im Jahresvergleich – das wäre die niedrigste Teuerungsrate seit März 2024. Bei der Arbeitslosigkeit rechnen Analysten mit einer Verharrung auf dem höchsten Stand seit Dezember 2020. Diese Entwicklung würde das Argument für weitere Zinssenkungen stärken.

Märkte preisen zwei Zinssenkungen ein

Die Futures-Märkte kalkulieren bereits nahezu vollständig mit zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte durch die BoE im laufenden Jahr. Mohamad Al-Saraf, Währungsexperte bei der Danske Bank, betont: "Wir beobachten die britischen Daten diese Woche sehr genau, sind aber generell recht negativ bezüglich der inländischen Faktoren in Großbritannien."

Im Kontrast dazu wird die Europäische Zentralbank (EZB) voraussichtlich bis 2026 keine Zinsänderung vornehmen. Diese Divergenz in der Geldpolitik könnte das Pfund gegenüber dem Euro zusätzlich belasten.

Goldman Sachs bleibt skeptisch

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hält trotz jüngster robuster Konjunkturdaten aus Großbritannien an ihrer pessimistischen Prognose für Sterling fest. Die Analysten argumentieren, dass die britischen Wachstums- und Aktivitätsdaten im Vergleich zur Eurozone weiterhin unterdurchschnittlich abschneiden.

Besonders wichtig für die weitere Geldpolitik der BoE seien laut Goldman Sachs die Entwicklungen bei Inflation und Arbeitsmarkt – weniger die reinen Wachstumszahlen. Die Bank empfiehlt weiterhin eine Long-Position in EUR/GBP mit einem Kursziel von 0,8740 Pence.

Politische Unsicherheit belastet zusätzlich

Neben den makroökonomischen Faktoren spielt auch die innenpolitische Lage eine Rolle. Premierminister Keir Starmer hatte sich zuletzt gegen Rücktrittsforderungen wehren müssen. Francesco Pesole, Währungsstratege bei ING, sieht Starmer weiterhin als politisch angeschlagen an: "Das Pfund sollte immer dann unter Druck geraten, wenn sich Starmers politische Position verschlechtert."

Goldman Sachs stuft die Auswirkungen politischer Risiken jedoch als geringer ein als die fundamentalen wirtschaftlichen Trends. Die Bank weist darauf hin, dass bereits stark short positionierte Sterling-Positionen und die Bedeutung der anstehenden Konjunkturdaten taktische Risiken für ihre Prognose darstellen.

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