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Britisches Pfund stabil trotz Eskalation im US-Iran-Konflikt

Devisenmärkte ignorieren neue Angriffe und setzen auf Friedenshoffnungen – Pfund gegenüber Dollar leicht im Plus.

Britisches Pfund stabil trotz Eskalation im US-Iran-Konflikt

Das Britische Pfund zeigt sich trotz einer neuen Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran bemerkenswert stabil. Die Währung notierte zuletzt gegenüber dem US-Dollar um 0,13 Prozent höher bei 1,3393 Dollar, nachdem sie am Montag noch den tiefsten Stand seit dem 18. Mai erreicht hatte. Gegenüber dem Euro veränderte sich das Pfund kaum und handelte bei 86,24 Pence.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Mittwoch, sie hätten Raketen- und Drohnenangriffe auf US-Militärstützpunkte in Jordanien, Kuwait und Bahrain durchgeführt. Dies sei eine Vergeltung für amerikanische Angriffe auf iranische Ziele im Umfeld der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Vorausgegangen war eine Aussage von US-Präsident Donald Trump, wonach der Iran einen US-Apache-Hubschrauber nahe der Meerenge abgeschossen habe.

Der Schlagabtausch gilt als eine der bedeutendsten Eskalationen, seit Washington und Teheran im April einem Waffenstillstand zugestimmt hatten. Dennoch schienen die Devisenmärkte die jüngsten Angriffe weitgehend zu ignorieren. Der Fokus der Anleger liegt weiterhin auf der Hoffnung, dass der Konflikt beigelegt werden kann. Der als sicherer Hafen geltende US-Dollar trat derweil auf der Stelle.

Wichtige Datenwoche für das Pfund

Für das Britische Pfund stehen in den kommenden Tagen und Wochen zahlreiche marktbewegende Ereignisse an. Bereits am Freitag werden die britischen BIP-Daten veröffentlicht. In der darauffolgenden Woche folgen dann Inflationszahlen, Einzelhandelsumsatzdaten sowie die Zinsentscheidung der Bank of England (BoE) – allesamt am 18. Juni.

Die Geldmärkte preisten zuletzt eine Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent ein, dass die BoE die Zinsen unverändert lassen wird. Dennoch werden Anleger die Aussagen der Notenbank genau beobachten, um Hinweise auf den künftigen Zinspfad zu erhalten. Jane Foley, Leiterin der Devisenstrategie bei der Rabobank, warnte: „Es besteht das Risiko, dass die Bank of England die Zinsen aufgrund der Schwäche des Arbeitsmarktes vielleicht nicht so stark anhebt, wie der Markt es erwartet hat."

Nachwahl könnte politische Unsicherheit auslösen

Ebenfalls am 18. Juni findet die Nachwahl im britischen Wahlkreis Makerfield statt. Diese Abstimmung könnte weitreichende politische Konsequenzen haben. Der Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, tritt als Kandidat der regierenden Labour Party an. Ein Sieg Burnhams könnte einen Kampf um die Parteiführung auslösen, in dessen Verlauf er Premierminister Keir Starmer ablösen könnte – was neue Sorgen über die britische Fiskalpolitik aufwerfen würde.

Foley beschreibt die aktuelle Lage am Devisenmarkt als eine Art Wartezustand: „Ich denke, wir befinden uns derzeit in einer Warteschleife, da wir in den letzten Wochen nicht besonders viele politische Nachrichten aus Großbritannien erhalten haben, weil offensichtlich alle auf die Nachwahl warten." Nach dem Urnengang dürften jedoch verschiedene Fragen zur britischen Führung und Politik auftauchen. „Ich denke, das Pfund könnte aufgrund der politischen Unsicherheit unter Druck geraten", so die Expertin.

Für Anleger und Beobachter des Pfund-Kurses bleibt die Kombination aus geopolitischen Risiken, geldpolitischen Signalen der BoE und innenpolitischer Unsicherheit in Großbritannien ein komplexes Umfeld. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die aktuelle Stabilität des Pfunds Bestand hat oder ob die aufgestauten Risiken die Währung doch noch unter Druck setzen.

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