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Britisches Pfund schlägt Euro trotz Deleveraging-Phase am Markt

Das Pfund Sterling zeigt relative Stärke gegenüber dem Euro – Positionierungsfaktoren und Zinsspekulationen sind die Treiber.

Britisches Pfund schlägt Euro trotz Deleveraging-Phase am Markt

Das Britische Pfund hat sich in dieser Woche trotz breiter Dollarstärke besser entwickelt als der Euro. Laut der Großbank ING verzeichnete das Währungspaar EUR/GBP am Dienstag während einer Deleveraging-Phase am Markt den stärksten Rückgang. Unter Deleveraging versteht man den Abbau von fremdfinanzierten Positionen, der häufig zu abrupten Kursbewegungen führt.

Als Hauptgrund für die Pfund-Outperformance nennt ING Positionierungsfaktoren. Asset Manager hielten demnach umfangreiche Netto-Short-Positionen im Pfund, während sie gleichzeitig Long-Positionen im Euro aufgebaut hatten. Beim Abbau dieser Positionen entstand entsprechender Kaufdruck auf das Pfund.

Zusätzlich stützte die Neubewertung am kurzen Ende der britischen Zinskurve die Währung. Der Markt preist zunehmend Erwartungen einer baldigen geldpolitischen Lockerung durch die Bank of England (BoE) aus – was bedeutet, dass Zinssenkungen weniger wahrscheinlich oder weiter in die Zukunft verschoben werden.

Zinsprognose: ING verschiebt erwartete BoE-Senkung auf April

James Smith, UK-Ökonom bei ING, hat seine Prognose für die nächste Zinssenkung der BoE von März auf April verschoben. An seiner Gesamterwartung von zwei Zinssenkungen im laufenden Jahr hält er jedoch fest. Diese Entwicklung dürfte laut Smith dazu führen, dass EUR/GBP bei 0,88 oder höher gehandelt wird.

Zum Stand 10:35 Uhr GMT am Donnerstag schwächte sich das Pfund gegenüber dem US-Dollar leicht ab: GBP/USD fiel um 0,19 Prozent auf 1,3348. Gegenüber dem Euro gab das Pfund minimal nach – EUR/GBP sank um 0,01 Prozent auf 0,8699.

Risiko: Anleihemärkte könnten Pfund erneut belasten

ING warnte jedoch vor einem möglichen Risikoszenario für das Pfund. Sollten die Anleihemärkte erneut unter Druck geraten – etwa durch hohe Energiepreise, die Zinssenkungszyklen einschränken oder umkehren –, sei das Pfund schlecht positioniert. Populistische Regierungen könnten in einem solchen Umfeld Energiesubventionen erneuern und damit zusätzlichen Druck auf die Staatsanleihemärkte ausüben.

Dieses Szenario erinnert an die Ereignisse des Jahres 2022, die damals zur britischen Gilt-Krise führten. Damals brachen britische Staatsanleihen (Gilts) massiv ein, nachdem die Regierung ein schuldenfinanziertes Steuerpaket vorlegte. Das Pfund fiel seinerzeit auf historische Tiefststände gegenüber dem Dollar.

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