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Britisches Pfund hält 10-Wochen-Hoch zum Wochenschluss

Das Pfund Sterling notiert stabil bei 1,3606 Dollar – nach einer ungewöhnlichen Rally am Vortag und mit Blick auf die Bank of England.

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Britisches Pfund hält 10-Wochen-Hoch zum Wochenschluss

Das Britische Pfund zeigte sich zum Wochenschluss kaum verändert und behauptete sein 10-Wochen-Hoch bei 1,3606 US-Dollar. Gegenüber dem Euro notierte die britische Währung mit 86,32 Pence etwas schwächer, nachdem sie am Donnerstag gegenüber beiden Währungen kräftig zugelegt hatte. Die Handelsumsätze blieben am Freitag aufgrund von Feiertagen in weiten Teilen Europas gering.

Analysten der ING erklärten, die „ungewöhnliche Rally" der vorangegangenen Sitzung sei „möglicherweise eine Folge von Kapitalflüssen zum Monatsende gewesen, bei denen Aktienportfoliomanager nach ihrer Underperformance im April Umschichtungen in britische Vermögenswerte vornahmen." Fondsmanager streben in der Regel feste Allokationen über Regionen hinweg an und kaufen oder verkaufen regelmäßig Vermögenswerte, um diese Gewichtungen nach Marktbewegungen wiederherzustellen. Solche Rebalancing-Flows können kurzfristig erhebliche Kursbewegungen auslösen, ohne dass fundamentale Nachrichten dahinterstecken.

Bank of England im Fokus

Mittelfristig richtet sich der Blick der Marktteilnehmer vor allem auf die Sitzung der Bank of England (BoE) vom Donnerstag. Die Notenbank skizzierte dabei eine breite Palette möglicher wirtschaftlicher Auswirkungen des Iran-Krieges – von Szenarien, die „entschlossene" Zinserhöhungen erfordern könnten, bis hin zu solchen, die gar keine Anhebung rechtfertigen würden. Diese Bandbreite verdeutlicht die außergewöhnliche Unsicherheit, mit der die britischen Währungshüter derzeit konfrontiert sind.

BoE-Gouverneur Andrew Bailey bezeichnete die bevorstehenden Entscheidungen als „schwierige Ermessensentscheidung" und warnte, dass die Notenbank zu spät handeln könnte, wenn sie auf eindeutige Beweise für Inflationsdruck warte. Bailey erklärte zudem, er wolle den Markterwartungen von mindestens zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr nicht entgegentreten, und bezeichnete die aktuelle Geldpolitik als „active hold" – also ein aktives Abwarten. Diese Formulierung signalisiert Handlungsbereitschaft, ohne eine konkrete Richtung festzulegen.

Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 50 Prozent für eine Zinserhöhung im Juni ein. Bis zur BoE-Sitzung im September werden zwei Anhebungen um jeweils 25 Basispunkte eingepreist. Analysten betonen jedoch, dass die Unsicherheit außergewöhnlich hoch bleibt.

Rohstoffpreise als entscheidender Faktor

Besonders die Entwicklung der Energiemärkte dürfte den weiteren geldpolitischen Kurs bestimmen. Analysten von Morgan Stanley formulierten zwei gegensätzliche Szenarien: „Eine Welt, in der sich das Rohstoffangebot aus dem Nahen Osten in den kommenden Wochen zu normalisieren beginnt, würde unserer Meinung nach eine sehr geringe Chance auf eine Straffung der Geldpolitik in diesem Jahr bedeuten – und keine Chance auf eine Zinserhöhung im Juni." Im Gegensatz dazu erklärten die Analysten: „In einem Szenario, in dem das derzeitige Ausmaß der Störungen bei der Öl- und Gasversorgung über Monate anhält und sich die Rohstoffpreise auf einem höheren Niveau einpendeln, werden Zinserhöhungen wahrscheinlich."

Die Unsicherheit rund um die britische Geldpolitik steht dabei nicht allein. Auch die Europäische Zentralbank, die US-amerikanische Federal Reserve und die Bank of Japan ließen ihre Leitzinsen in dieser Woche unverändert. Die großen Notenbanken weltweit befinden sich damit in einer abwartenden Haltung – geprägt von geopolitischen Risiken und unklaren Inflationsaussichten.

Für deutsche Anleger mit Engagements in britischen Aktien oder Anleihen bleibt die Entwicklung des Pfunds ein wichtiger Faktor. Eine mögliche Zinserhöhung der BoE könnte das Pfund weiter stützen, während eine Normalisierung der Energiepreise den Druck auf die Notenbank deutlich verringern würde.

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