Britisches Pfund auf Viermonatshoch – Dollar schwächelt
Das britische Pfund erreichte am Freitag den höchsten Stand seit September und legte gegenüber dem US-Dollar um 2% zu. Positive Wirtschaftsdaten aus Großbritannien und ein schwächelnder Dollar treiben die Währung.

Das britische Pfund hat gegenüber dem US-Dollar ein Viermonatshoch erreicht und notierte zuletzt bei 1,3675 Dollar – der höchste Stand seit dem 17. September. Mit einem wöchentlichen Gewinn von 2% verzeichnete die britische Währung den stärksten Anstieg seit März 2024.
Positive Wirtschaftsdaten stützen das Pfund
Britische Unternehmen meldeten im Januar den schnellsten Anstieg ihrer Geschäftsaktivitäten seit April 2024. Gleichzeitig stiegen die Einzelhandelsumsätze im vergangenen Monat unerwartet an. Diese Daten verstärken die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung im Vereinigten Königreich und geben dem Pfund zusätzlichen Auftrieb.
Dollar-Schwäche als Haupttreiber
Der Dollar-Index, der die US-Währung gegenüber sechs anderen Währungen misst, gab letzte Woche um 1,9% nach – der größte wöchentliche Rückgang seit April. "Das Pfund-Dollar-Paar wird mehr von der US-Entwicklung als von der britischen Entwicklung abhängen", erklärt Dominic Bunning, Leiter der G10-Devisenstrategie bei Nomura.
Anleger ließen den "Sell America"-Handel wieder aufleben, nachdem US-Präsident Donald Trump gedroht hatte, wegen Grönland Zölle gegen europäische Verbündete zu verhängen. Diese Unsicherheit belastet den Dollar zusätzlich.
Gemischtes Bild gegenüber anderen Währungen
Gegenüber dem Euro zeigte sich das Pfund weniger stark und gab um 0,1% auf 86,79 Pence nach. Auch gegenüber dem japanischen Yen verlor die britische Währung 1% und notierte bei 210,17 Yen. Die japanische Währung legte auf breiter Front zu, während Spekulationen über eine koordinierte Währungsintervention japanischer und US-amerikanischer Behörden zunahmen.
Bank of England vor Zinsentscheidung
Experten warnen vor übermäßigem Optimismus für das Pfund. Bunning von Nomura erwartet, dass Basiseffekte die Inflation bis April unter das Zielniveau drücken werden. "Wir erwarten in den kommenden Monaten eine Disinflation, was potenziell zu dem Risiko führen könnte, dass die Bank of England die Zinsen stärker senkt, als es derzeit eingepreist ist."
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Zur AktienanalyseDie Bank of England tagt nächste Woche, wird jedoch voraussichtlich die Zinssätze unverändert lassen. Geldmarkthändler preisen bis Jahresende eine Lockerung um etwa 36 Basispunkte ein – das entspricht einer Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte und einer 45-prozentigen Wahrscheinlichkeit für eine zweite Senkung.
Politische Entwicklungen im Blick
Das Pfund reagiert weiterhin empfindlich auf Schwankungen der Renditen von Staatsanleihen. Diese fielen am Montag leicht, nachdem die Labour Party die Rückkehr des Bürgermeisters von Manchester, Andy Burnham, ins Parlament blockiert hatte. Burnham galt als potenzieller Herausforderer von Premierminister Keir Starmer. Die Rendite der 10-jährigen britischen Staatsanleihe sank um 3 Basispunkte auf 4,49%.


