Britisches Pfund auf Höhenflug gegenüber Dollar und Euro
Zinspolitik und starkes Wirtschaftswachstum treiben die Währung an

Das britische Pfund hat in den letzten Monaten einen unerwarteten Höhenflug hingelegt. Trotz der pessimistischen politischen Prognosen des Premierministers Keir Starmer zeigt die britische Währung gegenüber dem US-Dollar und dem Euro eine deutliche Stärke. Mit einem Wechselkurs von 1,323 Dollar erreicht das Pfund seinen höchsten Stand seit zwei Jahren. Auch gegenüber dem Euro hat es zugelegt und steht nun bei 1,19 Euro. Devisenhändler führen diese Entwicklung hauptsächlich auf die Zinsunterschiede zwischen Großbritannien und den USA zurück. Während die US-Notenbank eine baldige Zinssenkung andeutete, betonte die Bank of England (BoE), dass eine Lockerung der Geldpolitik noch nicht angebracht sei.
Die Zinssätze sind ein entscheidender Faktor für die Währungsstärke. In den USA rechnet man noch in diesem Jahr mit einer Zinssenkung von 100 Basispunkten, während in Großbritannien nur eine Senkung von 40 Basispunkten erwartet wird. Diese Unterschiede verschaffen dem britischen Pfund einen Vorteil. Die Bank of England senkte im August den Leitzins um 25 Basispunkte auf fünf Prozent, während die Zinsen in den USA nach wie vor bei 5,25 bis 5,5 Prozent liegen. Experten wie Derek Halpenny von der Mitsubishi Financial Group gehen davon aus, dass das Pfund weiterhin gestützt wird, da Großbritannien bis Mitte nächsten Jahres den attraktivsten realen Leitzins unter den G10-Ländern haben könnte.
Ein weiterer Faktor für die Stärke des britischen Pfunds ist das überraschend hohe Wirtschaftswachstum des Landes. Mit einem Wachstum von 1,3 Prozent in den ersten sechs Monaten des Jahres liegt Großbritannien im Vergleich zu anderen G7-Staaten an der Spitze. Dies führt dazu, dass Anleger und Investoren vermehrt in das Land investieren, was die Nachfrage nach der Landeswährung weiter antreibt. Auch der Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen (PMI) stieg im August auf 53,7 Punkte, was auf eine positive wirtschaftliche Entwicklung hinweist. Analysten betonen, dass das Wachstum über den Erwartungen liegt, und dies trägt ebenfalls zur Stärkung des Pfunds bei.
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Zur AktienanalyseTrotz dieser positiven wirtschaftlichen Aussichten bleibt die Regierung unter Premierminister Starmer zurückhaltend. Grund dafür sind die leeren Staatskassen. Die Labour-Regierung entdeckte nach ihrem Amtsantritt ein Haushaltsdefizit von 22 Milliarden Pfund. Diese finanzielle Situation dämpft die Erwartungen, obwohl sich die wirtschaftliche Lage des Landes verbessert hat. Dennoch sehen Experten keine unmittelbare Gefahr für das Vertrauen der Investoren in das britische Pfund.


