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Britischer Premier Starmer unter Druck: Rücktritt am Montag möglich?

Wirtschaftsminister Kyle räumt ein, dass Starmers Position als Labour-Chef ernsthaft gefährdet ist – Rivale Burnham zieht ins Parlament ein.

Britischer Premier Starmer unter Druck: Rücktritt am Montag möglich?

Der britische Premierminister Keir Starmer steht unter massivem Druck. Wirtschaftsminister Peter Kyle räumte am Sonntag in mehreren Rundfunkinterviews offen ein, dass Starmers Führungsposition ernsthaft bedroht sei. Gleichzeitig betonte Kyle, er habe keinen Grund zu glauben, dass Starmer einen Rücktritt für Montag plane.

Kyle beschrieb den Premierminister als jemanden, der intensiv arbeite und gleichzeitig versuche, „Raum zu schaffen, in dem er über die politischen Realitäten und Herausforderungen – sowie die Chancen – nachdenken kann, die vor uns liegen". Diese Formulierung fiel auf, da Kyle damit das bisherige Mantra der Downing Street – Starmer werde sich jeder Herausforderung stellen – nicht wiederholte.

Burnham als Herausforderer

Die Lage für Starmer verschärfte sich am Freitag erheblich, als der ehemalige Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, einen Sitz im britischen Unterhaus gewann. Damit ist der Weg für eine formelle Herausforderung um die Labour-Parteiführung geebnet. Umfragen unter Labour-Mitgliedern deuten darauf hin, dass Burnham einen solchen Wettbewerb gegen Starmer gewinnen würde.

Starmers Unbeliebtheit hatte sich bereits bei den Kommunalwahlen im Mai deutlich gezeigt, als die Regierungspartei Labour schwere Verluste hinnehmen musste. Seitdem hat sich der Druck auf den Premierminister stetig aufgebaut. Für eine formelle Führungsherausforderung müssen Anwärter die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten gewinnen – das entspricht einem Fünftel der amtierenden Parlamentarier.

Die Zeitung „The Observer" berichtete am späten Samstag, Starmer bespreche seine Zukunft mit seiner Frau auf dem offiziellen Landsitz Chequers. Hochrangige Labour-Vertreter erwarteten demnach bereits für Montag eine klare Erklärung. Eine Regierungsquelle erklärte als Reaktion darauf, der Premierminister konzentriere sich weiterhin auf seine Regierungsgeschäfte.

Parteiinterne Kritik wächst

Kyle schilderte in einem BBC-Interview ein langes, offenes Gespräch mit Starmer vom Freitag. Dabei habe der Premier „kein einziges Mal nach Eigeninteressen gefragt. Es ging immer um das Land." Dennoch räumte Kyle gegenüber der BBC ein: „Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, ich sei der Illusion erlegen, dass es keinen Prozess gäbe oder keine Kräfte am Werk seien, die den Premierminister als Parteiführer herausfordern. Das ist eindeutig der Fall."

Auch aus anderen Teilen der Partei kommen kritische Stimmen. Die ehemalige Ministerin Jess Phillips, eine Unterstützerin von Gesundheitsminister Wes Streeting – einem weiteren potenziellen Herausforderer –, sagte der BBC, es „fühlt sich an, als wären wir am Ende des Weges angekommen". Sie sprach sich dafür aus, dass Starmers möglicher Abgang „so würdevoll wie möglich" verlaufen solle.

Starmer selbst hatte zuvor erklärt, er würde bei jeder formellen Urabstimmung über die Labour-Parteiführung antreten. Ob er an dieser Position festhält oder doch den Weg für einen geordneten Übergang freigibt, dürfte sich nach Medienberichten bereits in den kommenden Tagen entscheiden.

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