ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Britischer Netzbetreiber warnt: Rechenzentren könnten Energiepreise drastisch erhöhen

NESO-Chef fordert flexible Standortwahl und Netzanschluss erst bei ausreichender Kapazität

Britischer Netzbetreiber warnt: Rechenzentren könnten Energiepreise drastisch erhöhen

Der britische Netzbetreiber NESO schlägt Alarm: Falsch platzierte Rechenzentren könnten die Energiekosten für Verbraucher in die Höhe treiben und die Versorgungssicherheit gefährden. NESO-Chef Fintan Slye warnte auf der IE Week 2026 in London eindringlich vor den Risiken unkoordinierter Rechenzentrumsansiedlungen.

Große Rechenzentren mit einem Strombedarf von über einem Gigawatt – vergleichbar mit dem Verbrauch einer Kleinstadt – sollten nach Slyes Vorschlag bevorzugt in Schottland oder anderen Regionen mit starker Windkraft errichtet werden. Dort müssen Windparks häufig ihre Einspeisung drosseln, weil die Netzkapazitäten nicht ausreichen. "Wenn man sie an den falschen Stellen platziert und diese Flexibilität nicht vorhanden ist, wird das wahrscheinlich die Preise nach oben treiben und Probleme bei der Versorgungssicherheit verursachen", so Slye.

Die britische Regierung müsse sicherstellen, dass große Rechenzentren erst dann ans Netz gehen, wenn ausreichende Kapazitäten vorhanden sind. Als Vorbild nannte Slye Texas, wo Rechenzentrumsbetreiber gesetzlich verpflichtet sind, in Notfällen ihre Netznutzung zu reduzieren und auf Notstromaggregate umzuschalten.

Massive Expansion geplant

National Grid Plc kündigte bereits im vergangenen Jahr an, innerhalb von fünf Jahren neue Rechenzentren mit einer Gesamtleistung von bis zu 19 Gigawatt anzuschließen. Dies entspricht etwa einem Drittel der derzeitigen Spitzenlast des britischen Stromnetzes – eine gewaltige Herausforderung für die Infrastruktur.

Obwohl die Ansiedlung in der Nähe von Erzeugungsquellen wie den schottischen Windparks technisch sinnvoll wäre, bevorzugen Technologieunternehmen weiterhin Standorte in und um London. Grund sind Bedenken hinsichtlich der Datenlatenz. Das Problem: Das Netz in der Region London stößt bereits jetzt an seine Kapazitätsgrenzen.

Flexibilität als Schlüssel

Die Lösung liegt laut NESO in flexiblen Nachfragekapazitäten. Rechenzentren müssten in der Lage sein, ihren Stromverbrauch bei Engpässen schnell zu reduzieren oder auf alternative Energiequellen umzuschalten. Nur so könne verhindert werden, dass die massiv steigende Nachfrage nach Rechenleistung zu höheren Energiepreisen für alle Verbraucher führt.

Für deutsche Anleger und Energieunternehmen ist die Entwicklung von besonderem Interesse: Die Herausforderungen bei der Integration energieintensiver Rechenzentren ins Stromnetz sind auch hierzulande relevant. Die deutsche Energiewende steht vor ähnlichen Fragen der Netzstabilität und Lastverteilung.

RechenzentrenEnergiekostenNESOStromnetzWindenergie

Disclaimer