Britischer Minister drängt Starmer laut Times zu Rücktrittsplan
Energieminister Ed Miliband soll Premierminister Keir Starmer privat zu einem Zeitplan für seinen Rücktritt gedrängt haben.

Der britische Energieminister Ed Miliband hat Premierminister Keir Starmer offenbar unter vier Augen dazu aufgefordert, einen Zeitplan für seinen Rücktritt in Betracht zu ziehen. Das berichtet die renommierte britische Zeitung „The Times". Hintergrund sind Befürchtungen innerhalb der Labour-Partei, dass Starmer nach möglichen Verlusten bei den Kommunalwahlen aus dem Amt gedrängt werden könnte.
Miliband, der selbst einst Vorsitzender der Labour-Partei war, soll diesen Vorschlag in einem persönlichen Gespräch mit Starmer vor etwa zwei Wochen gemacht haben. Dies geht aus Kreisen hervor, die der Zeitung „The Times" gegenüber Auskunft gaben. Der Schritt gilt als ungewöhnlich offen und zeigt, wie angespannt die Lage innerhalb der Regierungspartei offenbar ist.
Rivalen positionieren sich für mögliche Nachfolge
Die Entwicklung fällt in eine politisch brisante Phase für die britische Labour-Regierung. Starmers parteiinterne Rivalen sollen sich bereits in Stellung bringen, sollten die Ergebnisse der Kommunalwahlen vom Donnerstag für Labour besonders schlecht ausfallen. Zu den potenziellen Nachfolgekandidaten zählen laut „The Times" die ehemalige stellvertretende Premierministerin Angela Rayner sowie Gesundheitsminister Wes Streeting.
Beide sollen bereit sein, eigene Ambitionen auf die Führung der Partei und das Amt des Premierministers anzumelden, falls die Kommunalwahlen ein verheerendes Ergebnis für Labour liefern. Die Kommunalwahlen gelten in Großbritannien traditionell als wichtiger Stimmungstest für die amtierende Regierung und können erheblichen Druck auf die Parteiführung ausüben.
Politischer Kontext: Starmers schwieriges erstes Amtsjahr
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Zur AktienanalyseFür deutsche Leser ist der Hintergrund wichtig: Keir Starmer führt die Labour-Partei seit 2020 und wurde nach dem deutlichen Wahlsieg der Partei im Juli 2024 britischer Premierminister. Ed Miliband, der nun den Rücktrittsplan ins Gespräch gebracht haben soll, war selbst von 2010 bis 2015 Vorsitzender der Labour-Partei und verlor damals die Unterhauswahl gegen die Konservativen unter David Cameron.
Die Tatsache, dass ausgerechnet ein langjähriger Weggefährte und Kabinettsmitglied wie Miliband einen solchen Schritt unternimmt, unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage. Innerparteiliche Debatten über die Führung einer Regierungspartei sind in der britischen Politik keine Seltenheit, werden aber selten so früh nach einem Wahlsieg geführt. Starmers Regierung steht damit unter erheblichem Druck, bevor die Ergebnisse der Kommunalwahlen überhaupt feststehen.


