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Britische Neuverschuldung im Mai steigt stärker als erwartet

Großbritanniens Staatsdefizit kletterte im Mai auf 23,3 Milliarden Pfund – ein Drittel mehr als im Vorjahr.

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Britische Neuverschuldung im Mai steigt stärker als erwartet

Die britische Neuverschuldung ist im Mai 2026 auf 23,3 Milliarden Pfund gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von fast einem Drittel gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Zahlen stammen vom Office for National Statistics (ONS), der britischen Statistikbehörde.

Besonders auffällig: Die Neuverschuldung übertraf die Prognose des Office for Budget Responsibility (OBR) um 5,6 Milliarden Pfund. Das OBR ist die unabhängige britische Haushaltsbehörde, die im März ihre Schätzungen veröffentlicht hatte – zu einem Zeitpunkt, als die fiskalischen Folgen des Krieges im Nahen Osten noch nicht absehbar waren.

Zinszahlungen auf Rekordhoch

Besonders belastend wirken sich die gestiegenen Zinszahlungen auf die Staatsschulden aus. Diese sprangen auf 11,7 Milliarden Pfund – der höchste jemals in einem Mai verzeichnete Wert. Die Kreditkosten für Regierungen sind während des Konflikts massiv gestiegen, während der Anstieg der Energiepreise seit Beginn des Iran-Krieges die Inflation zusätzlich angeheizt hat.

Ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran hat zwar zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise geführt. Ökonomen warnen jedoch, dass die wirtschaftlichen Folgewirkungen des Konflikts noch bevorstehen und die Haushaltslage weiter belasten könnten.

Fragile fiskalische Ausgangslage für künftige Regierung

Das Analysehaus Capital Economics kommentierte die Zahlen mit deutlichen Worten. Die höher als erwartet ausgefallene Neuverschuldung verdeutliche „die fragile fiskalische Ausgangslage, mit der jeder konfrontiert sein wird, der in 10 Downing Street amtiert".

Capital Economics warnte zudem, dass die Zahlen „den Handlungsspielraum des künftigen Premierministers einschränken" würden. Hintergrund: Andy Burnham wurde bei einer Nachwahl zum Abgeordneten für Makerfield gewählt, was ihm den Weg ebnet, eine Herausforderung um die Parteiführung gegen Premierminister Keir Starmer einzuleiten.

Die britischen Haushaltszahlen stehen damit im Mittelpunkt einer innenpolitischen Debatte. Wer auch immer künftig die Regierung führt, wird mit einem erheblich eingeschränkten finanziellen Spielraum konfrontiert sein. Die Kombination aus hohen Zinszahlungen, gestiegenen Energiepreisen und den Nachwirkungen des Nahostkonflikts setzt die öffentlichen Finanzen des Vereinigten Königreichs unter erheblichen Druck.

Für deutsche Beobachter und Anleger sind die britischen Haushaltsdaten von Bedeutung, da Großbritannien als wichtiger Handelspartner und Finanzplatz eng mit dem europäischen Wirtschaftsraum verflochten ist. Steigende Staatsschulden und Zinszahlungen können die Kreditwürdigkeit des Landes beeinflussen und sich auf das Pfund Sterling sowie britische Staatsanleihen auswirken.

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