Britische Ladenpreise steigen – Einzelhandel fordert Regierungshilfe
Störungen und höhere Energiekosten infolge des Iran-Krieges treiben die Inflation britischer Ladenpreise im Mai auf 1,2 Prozent.

Die Inflation der britischen Ladenpreise hat im Mai spürbar angezogen. Laut einer monatlichen Umfrage des Branchenverbandes British Retail Consortium (BRC) unter großen Einzelhandelsketten lagen die Preise im Mai um 1,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im April hatte der Anstieg noch bei 1,0 Prozent gelegen. Als Haupttreiber gelten Störungen und höhere Energiekosten infolge des Iran-Krieges.
Besonders auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung innerhalb der Produktkategorien. Während die Lebensmittelinflation von 3,1 auf 2,7 Prozent zurückging und damit den niedrigsten Stand seit einem Jahr erreichte, verzeichneten Möbel sowie Gesundheits- und Schönheitsprodukte die stärksten Preiszuwächse. Diese Entwicklung spiegelt laut BRC die steigenden Rohstoff- und Versandkosten wider.
Branchenverband richtet klare Forderungen an die Regierung
BRC-Geschäftsführerin Helen Dickinson nutzte die Veröffentlichung der Daten, um die britische Regierung zum Handeln aufzufordern. Die Regierung hatte Supermärkte zuletzt dazu gedrängt, Preiserhöhungen zu verlangsamen, und liebäugelte in diesem Monat sogar mit der Einführung von Preisobergrenzen. Dickinson betonte, dass auch die Politik ihren Teil zur Kostensenkung beitragen müsse.
„Die Senkung von nicht rohstoffbezogenen Gebühren, Steuern und Abgaben, die mehr als zwei Drittel der Energierechnungen ausmachen, sowie der Abbau von Bürokratie würden dazu beitragen, die Inflation niedrig zu halten", erklärte Dickinson. Damit rückt die Energiekostenpolitik der Regierung in den Mittelpunkt der Debatte um die Preisstabilität im britischen Einzelhandel.
Gesamtinflation droht wieder zu steigen
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Zur AktienanalyseDer breiter gefasste offizielle britische Verbraucherpreisindex war im April auf 2,8 Prozent gesunken. Analysten erwarten jedoch, dass er in den kommenden Monaten aufgrund des Energiepreisschocks wieder auf rund 4 Prozent ansteigen wird. Damit steht Großbritannien vor einer erneuten Inflationswelle, die Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen belasten dürfte.
Für deutsche Beobachter ist die Situation in Großbritannien ein Warnsignal: Energiepreisschocks durch geopolitische Konflikte können sich schnell in den Verbraucherpreisen niederschlagen. Die Debatte über staatliche Eingriffe in die Preisgestaltung – von Druck auf Supermärkte bis hin zu möglichen Preisobergrenzen – zeigt, wie stark Regierungen unter Zugzwang geraten, wenn die Lebenshaltungskosten steigen. Ob solche Maßnahmen die Inflation tatsächlich dämpfen oder lediglich Marktverzerrungen erzeugen, bleibt unter Ökonomen umstritten.


