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Britische Inflation sinkt im Juni auf 2,6 Prozent

Die Teuerungsrate in Großbritannien fiel stärker als erwartet – Energiepreise nach Iran-Waffenstillstand rückläufig.

Britische Inflation sinkt im Juni auf 2,6 Prozent

Die Inflation in Großbritannien ist im Juni auf 2,6 Prozent gesunken, nach 2,8 Prozent im Mai. Das geht aus offiziellen Daten hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Damit fiel die Teuerungsrate niedriger aus als von Ökonomen erwartet: Eine Reuters-Umfrage hatte einen Konsens von 2,7 Prozent ergeben.

Als wesentlicher Treiber des Rückgangs gilt die Entspannung bei den Energiepreisen. Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Anstieg der Energiekosten ließ im Laufe des Juni nach, als ein Waffenstillstand in Kraft trat. Großbritannien ist aufgrund seiner starken Abhängigkeit von importiertem Erdgas besonders anfällig für Schwankungen an den globalen Energiemärkten.

Inflation bleibt über dem Zielwert der Bank of England

Trotz des Rückgangs liegt die Inflationsrate weiterhin über dem Zielwert der Bank of England von 2,0 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren überschritt die Teuerungsrate diesen Wert zumeist. Die britische Zentralbank geht davon aus, dass die Inflation im dritten Quartal sogar wieder auf 3,0 Prozent ansteigen wird.

Anleger rechnen damit, dass die Bank of England ihren Leitzins in der kommenden Woche unverändert bei 3,75 Prozent belassen wird. Die Zentralbank bewertet weiterhin die wirtschaftlichen Auswirkungen des Nahostkonflikts. Einige Entscheidungsträger, die im Juni noch für eine Erhöhung der Kreditkosten gestimmt hatten, zeigen sich besorgt über das Risiko, dass die Inflation das 2-Prozent-Ziel dauerhaft überschreiten könnte.

Die Finanzmärkte preisten am Dienstag eine oder möglicherweise zwei Zinserhöhungen um jeweils einen Viertelprozentpunkt bis Ende 2026 ein. Dies deutet darauf hin, dass Investoren trotz des aktuellen Rückgangs mittelfristig weiteren geldpolitischen Handlungsbedarf sehen.

Positive Signale für die britische Wirtschaft

Neben den Inflationsdaten zeichnen weitere Wirtschaftsdaten ein etwas freundlicheres Bild. Das Statistikamt ONS veröffentlichte in der vergangenen Woche Zahlen, die die britische Wirtschaftslage im Mai etwas besser darstellten. Am Dienstag veröffentlichte Arbeitsmarktdaten zeigten Anzeichen einer Stabilisierung in den letzten Monaten, zudem fiel die staatliche Neuverschuldung im Juni geringer aus als erwartet.

Diese Entwicklungen verschaffen dem neuen Premierminister Andy Burnham, der sein Amt am Montag antrat, eine gewisse Entlastung. Die wirtschaftspolitischen Herausforderungen bleiben jedoch erheblich: Die Kombination aus anhaltend erhöhter Inflation, geopolitischer Unsicherheit und der Frage nach dem richtigen geldpolitischen Kurs stellt die neue Regierung vor komplexe Aufgaben.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung in Großbritannien ein wichtiger Indikator, da ähnliche Faktoren – insbesondere Energiepreise und geopolitische Risiken – auch die Inflation im Euroraum beeinflussen. Die Entscheidung der Bank of England in der kommenden Woche dürfte daher auch an den europäischen Finanzmärkten aufmerksam verfolgt werden.

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