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Britische Inflation bleibt hartnäckig bei 2 Prozent

Unsicherheiten über Zinssenkungen der Bank of England verstärken sich

Britische Inflation bleibt hartnäckig bei 2 Prozent

Die britische Inflation bleibt entgegen den Erwartungen stabil bei 2,0 Prozent, was die Unsicherheiten über den Zeitpunkt der ersten Zinssenkung der Bank of England (BoE) verstärkt. Laut den aktuellen Daten des Statistikamts, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, blieb die Teuerungsrate im Juni unverändert und erreichte den Zielwert der Notenbank. Ökonomen, die von Reuters befragt wurden, hatten hingegen einen Rückgang auf 1,9 Prozent prognostiziert. Insbesondere kräftige Preissteigerungen im Hotelleriebereich trugen dazu bei, dass sich die Inflation nicht weiter abschwächte. Dies erhöht die Besorgnis der BoE hinsichtlich des anhaltenden Preisdrucks im Dienstleistungssektor, was aus Sicht der Investoren darauf hindeutet, dass eine Zinssenkung im kommenden Monat unwahrscheinlich ist.

Die Bank of England wird Anfang August und erneut im September über den geldpolitischen Schlüsselzins entscheiden, der aktuell bei 5,25 Prozent liegt. Die Inflation im Dienstleistungssektor verharrte im Juni überraschend bei 5,7 Prozent, obwohl Experten einen leichten Rückgang auf 5,6 Prozent erwartet hatten. Trotz der weiterhin hohen Preissteigerungen in diesem Bereich hat sich die Gesamtinflation zuletzt deutlich abgeschwächt. Zwischen Dezember 2021 und August 2023 hatte die BoE die Zinsen insgesamt 14 Mal angehoben, um die ausufernde Inflation zu kontrollieren. Der strenge Kurs der Währungshüter unter Notenbankchef Andrew Bailey trug dazu bei, dass die Lebenshaltungskosten nicht mehr so schnell stiegen. Im Oktober 2022 lag die Teuerungsrate in Großbritannien noch bei 11,1 Prozent.

Jatin Ondhia, CEO der Immobilieninvestmentgesellschaft Shojin, hält eine Zinssenkung im August für möglich, warnt jedoch, dass dies nicht sicher sei, da die Zentralbank in den kommenden Monaten einen erneuten Anstieg der Inflation befürchten könnte. Der Chefvolkswirt der BoE, Huw Pill, äußerte kürzlich Bedenken über die „unangenehme Stärke“ der Inflation im Dienstleistungssektor und das Lohnwachstum, auch wenn die Gesamtinflation das Zwei-Prozent-Ziel erreicht habe. Pill bezeichnete es als „offene Frage“, ob nun der richtige Zeitpunkt für eine Zinssenkung sei.

Eine geldpolitische Lockerung im nächsten Monat könnte zudem politisch relevant sein und der neuen Regierung unter Premierminister Keir Starmer und Finanzministerin Rachel Reeves Rückenwind verleihen. Die Labour-Regierung strebt an, die schleppende britische Wirtschaft anzukurbeln und hat bereits Schritte unternommen, um Hindernisse bei Infrastrukturprojekten und privaten Investitionen abzubauen. Diese Maßnahmen sind Teil einer „nationalen Mission“, die darauf abzielt, die Wachstumskräfte des Landes zu mobilisieren.

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