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Britische Hauspreise fallen zum dritten Mal in Folge

Der Iran-Krieg und steigende Hypothekenzinsen belasten den britischen Immobilienmarkt stärker als erwartet.

Britische Hauspreise fallen zum dritten Mal in Folge

Die britischen Hauspreise sind im Mai erneut gesunken – und das stärker als von Ökonomen erwartet. Laut dem Hypothekengeber Halifax fielen die Preise im Mai um 0,1 % gegenüber dem Vormonat, was dem Rückgang im April entspricht und den dritten monatlichen Rückgang in Folge markiert. Analysten hatten in einer Reuters-Umfrage hingegen ein Plus von 0,1 % prognostiziert.

Auch im Jahresvergleich enttäuschten die Zahlen: Die Hauspreise lagen zwar um 0,5 % über dem Vorjahresniveau, blieben damit aber deutlich hinter dem in der Umfrage erwarteten Anstieg von 1,0 % zurück. Der britische Immobilienmarkt zeigt damit ein klares Bild der Schwäche – und das trotz zuletzt gesunkener Hypothekenzinsen.

Nahost-Konflikt belastet Immobilienmarkt

Amanda Bryden, Leiterin der Hypothekenabteilung bei Halifax, macht die geopolitische Lage für die Entwicklung mitverantwortlich. „Die Entwicklung der Immobilienpreise spiegelt weiterhin die Unsicherheit im Zusammenhang mit den Entwicklungen im Nahen Osten wider", sagte Bryden. „Trotz der jüngsten Senkungen der Hypothekenzinsen haben höhere Inflationserwartungen die Kreditkosten über dem Niveau zu Jahresbeginn gehalten, was die Erschwinglichkeit für viele Käufer weiterhin einschränkt und die Nachfrage dämpft."

Seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran sind die durchschnittlichen Hypothekenzinsen in Großbritannien um fast einen vollen Prozentpunkt gestiegen. Der Konflikt sorgt zudem dafür, dass die Finanzmärkte nun eher mit Zinserhöhungen als mit Zinssenkungen der Bank of England (BoE) rechnen. Anleger preisen derzeit eine oder möglicherweise zwei Zinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte durch die BoE bis Ende 2026 ein.

Die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts bereits bei der nächsten Sitzung der Zentralbank am 18. Juni wird von den Märkten jedoch mit lediglich rund 11 % als gering eingestuft. Für britische Immobilienkäufer bedeutet das anhaltend hohe Kreditkosten – ein Umfeld, das die Nachfrage spürbar dämpft.

Breite Bestätigung durch weitere Daten

Die Halifax-Zahlen stehen nicht allein. Der konkurrierende Hypothekengeber Nationwide verzeichnete im Mai ebenfalls den ersten monatlichen Preisrückgang seit Beginn des Iran-Krieges. Auch die Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) meldete für April einen Rückgang sowohl bei den Hauspreisen als auch bei der Nachfrage – ein konsistentes Bild über verschiedene Erhebungen hinweg.

Ein positives Signal liefern hingegen die Hypothekengenehmigungen: Laut Daten der Bank of England vom Dienstag genehmigten Kreditgeber im April so viele Hypotheken wie seit 15 Monaten nicht mehr. Dies deutet darauf hin, dass trotz der schwierigen Rahmenbedingungen weiterhin Kaufinteresse am Markt vorhanden ist – auch wenn sich dieses noch nicht in steigenden Preisen niederschlägt.

Für deutsche Beobachter ist die Entwicklung in Großbritannien ein Hinweis darauf, wie stark geopolitische Schocks und die daraus resultierenden Inflations- und Zinserwartungen selbst robuste Immobilienmärkte unter Druck setzen können. Die britischen Erfahrungen könnten als Frühindikator für ähnliche Dynamiken in anderen europäischen Märkten dienen.

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