Britische Aktien: Barclays warnt vor anhaltendem Brexit-Jahrzehnt
Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum gehören britische Aktien laut Barclays zu den schwächsten Performern weltweit – ohne Besserung in Sicht.

Britische Aktien haben seit dem Brexit-Referendum im Juni 2016 ein „verlorenes Jahrzehnt" durchlebt – und ein Ende dieser Schwächephase ist laut Analysten der Barclays Bank derzeit nicht absehbar. Strategen der Londoner Großbank unter der Leitung von Emmanuel Cau, Leiter der europäischen Aktienstrategie, haben in einer Mitteilung vom Mittwoch auf die anhaltende Underperformance britischer Titel hingewiesen.
Laut Barclays gehören britische Aktien in den zehn Jahren seit dem Referendum über das Ende der EU-Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs zu den weltweit schwächsten Performern. Die Strategen sprechen dabei von einem Doppelschlag aus Angebotsknappheit und schwacher Nachfrage, der den britischen Aktienmarkt belastet.
Ein Jahrzehnt unter Druck
Das Brexit-Votum vom Juni 2016 markierte einen historischen Einschnitt für die britische Wirtschaft und die Finanzmärkte des Landes. Seitdem kämpfen britische Unternehmen und Investoren mit den Folgen des EU-Austritts – von veränderten Handelsbeziehungen bis hin zu strukturellen Verschiebungen im Kapitalmarkt.
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung des britischen Aktienmarkts von besonderem Interesse, da Großbritannien trotz des Brexits ein wichtiger Handelspartner und Investitionsstandort für europäische Anleger bleibt. Der FTSE 100, der wichtigste britische Leitindex, spiegelt die Herausforderungen wider, mit denen der Markt seit dem Referendum konfrontiert ist.
Die Einschätzung von Barclays-Stratege Emmanuel Cau und seinem Team unterstreicht, dass strukturelle Probleme – nämlich ein Mangel auf der Angebotsseite kombiniert mit fehlender Nachfrage – den Markt weiterhin belasten. Dieser Doppelschlag macht eine schnelle Erholung unwahrscheinlich.
Globaler Vergleich zeigt das Ausmaß
Im internationalen Vergleich wird das Ausmaß der Underperformance besonders deutlich. Während andere große Aktienmärkte – etwa in den USA oder in Teilen Asiens – in den vergangenen zehn Jahren erhebliche Kursgewinne verzeichneten, blieben britische Aktien weit zurück.
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Zur AktienanalyseFür Anleger, die in britische Titel investiert sind oder dies erwägen, liefert die Barclays-Analyse ein klares Signal: Die strukturellen Herausforderungen des Marktes sind nicht kurzfristiger Natur. Die Kombination aus schwacher Nachfrage und begrenztem Angebot deutet darauf hin, dass der britische Aktienmarkt auch in absehbarer Zukunft mit Gegenwind rechnen muss.
Die Analyse von Barclays reiht sich in eine wachsende Zahl von Stimmen ein, die auf die langfristigen wirtschaftlichen Folgen des Brexits für den britischen Kapitalmarkt hinweisen. Für internationale Investoren bleibt die Frage, ob die aktuelle Bewertung britischer Aktien bereits ausreichend Risikoabschläge einpreist oder ob weiterer Druck droht.


