Bristol Myers Squibb und Hengrui Pharma schließen Milliarden-Partnerschaft
Der US-Pharmariese BMS und Chinas Hengrui vereinbaren eine strategische Lizenzpartnerschaft mit einem Gesamtpotenzial von 15,2 Milliarden Dollar.

Bristol Myers Squibb (BMS) und der chinesische Arzneimittelhersteller Hengrui Pharmaceuticals haben eine weitreichende strategische Partnerschaft und Lizenzvereinbarung geschlossen. Das Geschäft könnte einen Gesamtwert von bis zu 15,2 Milliarden US-Dollar erreichen und umfasst insgesamt 13 Medikamentenprogramme in frühen Entwicklungsstadien. Beide Unternehmen gaben die Vereinbarung am Dienstag gemeinsam bekannt.
Im Kern der Partnerschaft erhält BMS exklusive Rechte – außerhalb von Festlandchina, Hongkong und Macau – an vier von Hengrui entwickelten Onkologie- und Hämatologie-Behandlungen. Im Gegenzug erhält Hengrui in diesen chinesischen Märkten die Rechte an vier von BMS entwickelten Immunologie-Medikamenten. Zusätzlich vereinbarten die beiden Konzerne, gemeinsam fünf weitere innovative Behandlungen unter Nutzung der Technologien von Hengrui zu erforschen und zu entwickeln.
Finanzielle Details der Vereinbarung
BMS verpflichtet sich, an Hengrui bis zu 950 Millionen US-Dollar zu zahlen. Davon entfallen 600 Millionen Dollar auf eine Vorabzahlung sowie jeweils 175 Millionen Dollar an erfolgsabhängigen Zahlungen an den ersten beiden Jahrestagen des Vertragsabschlusses. Hinzu kommen potenzielle Meilensteinzahlungen, die an entwicklungsbezogene, regulatorische und kommerzielle Ziele geknüpft sind – womit der Gesamtwert der Partnerschaft laut Unternehmensangaben auf bis zu 15,2 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte. Darüber hinaus hat Hengrui Anspruch auf gestaffelte Lizenzgebühren auf den Nettoumsatz der Produkte außerhalb Chinas.
BMS erklärte, die Kooperation solle als wichtiger Wachstumstreiber dienen, indem komplementäre Stärken über verschiedene Regionen hinweg genutzt werden. Hengrui bezeichnete das Geschäft seinerseits als den nächsten Schritt seiner globalen Expansion. Beide Unternehmen erwarten, dass die Transaktion im dritten Quartal 2026 abgeschlossen wird.
Trend zu US-chinesischen Pharmapartnerschaften
Die Vereinbarung reiht sich in einen wachsenden Trend ein: Trotz allgemeiner geopolitischer Spannungen zwischen den USA und China suchen US-Pharmakonzerne zunehmend die Zusammenarbeit mit chinesischen Arzneimittelherstellern. Anfang dieses Jahres hatte bereits Eli Lilly eine Partnerschaft mit dem chinesischen Unternehmen Innovent Biologics geschlossen, die potenziell mit bis zu 8,5 Milliarden US-Dollar bewertet wird.
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Zur AktienanalyseCui Cui, Leiterin der Healthcare-Forschung für Asien bei Jefferies, bezeichnete den BMS-Hengrui-Deal als weiteren Beleg für die Vorliebe multinationaler Pharmakonzerne für chinesische Wirkstoff-Assets – angesichts deren Kosteneffizienz und Innovationskraft. Das Geschäft zeige zudem, dass das „jüngste geopolitische Rauschen im US-Repräsentantenhaus, das die US-Gesundheitsbehörde FDA auffordert, frühe Daten aus China zu verbieten, die strategische Entscheidungsfindung dieser Unternehmen nicht allzu sehr beeinflusst hat", so die Analystin.
An den Börsen reagierten Anleger positiv auf die Nachricht: Die Aktien von Hengrui Pharmaceuticals notierten in Hongkong 6,4 Prozent höher und in Shanghai 5,2 Prozent im Plus – nachdem sie nach der Bekanntgabe zunächst sogar zweistellige Kurssprünge verzeichnet hatten. Für deutsche Privatanleger, die den globalen Pharmamarkt im Blick behalten, verdeutlicht dieser Deal die zunehmende Verflechtung westlicher und chinesischer Pharmaunternehmen – trotz eines schwierigen geopolitischen Umfelds.

