Bristol Myers Squibb: Die günstigste Gesundheitsaktie im S&P 500
Trotz starker Fundamentaldaten und hoher Dividendenrendite notiert Bristol Myers Squibb auf einem ungewöhnlich niedrigen Bewertungsniveau.

Bristol Myers Squibb (BMY) gehört derzeit zu den am niedrigsten bewerteten Pharmaunternehmen im gesamten S&P 500. Die Aktie wird mit etwa dem Zehnfachen des erwarteten Gewinns gehandelt – und ist damit die günstigste unter ihren 11 direkten Vergleichsunternehmen im Index. Der Markt scheint dem künftigen Wachstum des Konzerns wenig Vertrauen zu schenken, doch die nackten Zahlen erzählen eine andere Geschichte.
Im bisherigen Jahresverlauf legte die Aktie lediglich um 8 % zu. Diese verhaltene Kursentwicklung hat die Dividendenrendite auf über 4 % getrieben – der zweithöchste Wert unter den Pharmaunternehmen in dieser Vergleichsgruppe, nur noch übertroffen von Pfizer. Für einkommensorientierte Anleger ist das eine durchaus attraktive Ausgangslage.
Besonders auffällig ist die Bewertung auf Basis des Free Cashflows: Mit dem 9,9-Fachen des Free Cashflows der vergangenen zwölf Monate zählt Bristol Myers Squibb zu den drittgünstigsten der insgesamt 59 Gesundheitswerte im S&P 500. Das ist ein bemerkenswerter Wert für ein Unternehmen, das im laufenden Jahr einen Umsatz von rund 46 bis 47,5 Milliarden US-Dollar erzielen soll.
Das Patentproblem als zentrales Risiko
Die niedrige Bewertung kommt nicht von ungefähr. Was den Markt beunruhigt, sind die auslaufenden Patente wichtiger Medikamente. Zu den betroffenen Präparaten zählen Revlimid sowie – in den kommenden Jahren – auch Eliquis. Beide Blockbuster-Medikamente sehen sich zunehmendem Wettbewerb durch Generika gegenüber, was die künftigen Umsätze und Margen erheblich belasten könnte.
Dieses sogenannte „Patent Cliff"-Problem ist in der Pharmaindustrie ein bekanntes Phänomen. Wenn Patentschutz ausläuft, können Generikahersteller deutlich günstigere Nachahmerprodukte auf den Markt bringen, was die Umsätze der Originalpräparate oft drastisch einbrechen lässt. Für Bristol Myers Squibb stellt dies eine der größten strategischen Herausforderungen der kommenden Jahre dar.
Die entscheidende Frage für Anleger lautet daher: Ist die aktuelle Bewertung eine faire Einschätzung der Risiken – oder übertreibt der Markt bei seiner Skepsis? Die Kombination aus niedriger Bewertung, hoher Dividendenrendite und einem Umsatz im zweistelligen Milliardenbereich deutet darauf hin, dass Bristol Myers Squibb zumindest eine genauere Betrachtung verdient.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger, die in US-amerikanische Pharmawerte investieren möchten, bietet Bristol Myers Squibb ein klassisches Value-Profil: günstige Bewertungskennzahlen, eine überdurchschnittliche Dividende und ein etabliertes Geschäftsmodell – kombiniert mit klar erkennbaren strukturellen Risiken. Die Aktie ist an der New Yorker Börse (NYSE) unter dem Kürzel BMY handelbar und auch über viele deutsche Broker zugänglich.
Ob die niedrige Bewertung eine Kaufgelegenheit darstellt oder ein Warnsignal ist, hängt letztlich davon ab, wie erfolgreich das Unternehmen seinen Produktmix in den kommenden Jahren erneuern kann. Der Markt hat seine Skepsis klar eingepreist – die Zahlen hingegen sprechen vorerst noch für die Stärke des Konzerns.


