Brimstone und Century Aluminum stärken US-Primäraluminiumproduktion mit MoU
Die beiden US-Unternehmen wollen eine vollständig inländische Aluminium-Lieferkette aufbauen – vom Abbau bis zum fertigen Metall.

Das US-Unternehmen Brimstone, ein Spezialist für Tonerde und andere Industriematerialien, hat eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) mit Century Aluminum unterzeichnet. Century Aluminum gilt als der größte amerikanische Primäraluminiumproduzent. Ziel der Vereinbarung ist der Aufbau einer vollständig inländischen Lieferkette für die Primäraluminiumproduktion – vom Rohstoffabbau bis zum fertigen Metall.
Im Rahmen des MoU wird Brimstone Century Aluminum aus seinem künftigen Werk mit erheblichen Mengen an Tonerde beliefern. Tonerde ist der wichtigste Rohstoff für die Aluminiumherstellung. Die Vereinbarung unterstreicht das gemeinsame Engagement beider Unternehmen für die Stärkung der nationalen Sicherheit durch eine zuverlässige, in den USA ansässige Aluminium-Lieferkette unter ausschließlicher Verwendung amerikanischer Rohstoffe.
Das MoU verleiht dem großindustriellen Anlagenprojekt von Brimstone zusätzlichen Schwung und verankert nach Unternehmensangaben die erste Aluminium-Lieferkette, deren Rohstoffe vollständig aus den USA stammen und dort verarbeitet werden. Damit soll die Widerstandsfähigkeit der heimischen Lieferkette gestärkt und die Abhängigkeit von Übersee-Lieferungen verringert werden, die derzeit anfällig für politische, militärische oder andere Störungen sind.
Chinas Dominanz bei Tonerde als Treiber der Initiative
Cody Finke, CEO von Brimstone, macht die globale Ausgangslage deutlich: „Ausländische Quellen, einschließlich China, dominieren derzeit die weltweite Tonerdeproduktion. Brimstone holt die Tonerdeproduktion zurück ins Land – und das zu einem weltweit wettbewerbsfähigen Preis." Finke betont zudem, dass die Partnerschaft mit Century eine widerstandsfähige inländische Lieferkette für kritische Mineralien aufbaut, die nationale Sicherheit stärkt, die Importabhängigkeit verringert und hochwertige amerikanische Arbeitsplätze schafft.
Die Abhängigkeit der USA von Tonerdeimporten hat strukturelle Ursachen: Die heutige Tonerdeproduktion erfordert Bauxit, ein Erz, das vor allem in subtropischen Regionen im Ausland vorkommt. In den USA gibt es keine wirtschaftlich abbaubaren Bauxitvorkommen. Infolgedessen sind amerikanische Aluminiumhütten gezwungen, sich vollständig auf Importe zu verlassen – was die gesamte Primäraluminiumproduktion des Landes verwundbar macht.
Innovatives Verfahren ohne Bauxit
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Zur AktienanalyseBrimstone setzt auf einen grundlegend anderen technologischen Ansatz: Das Unternehmen verzichtet vollständig auf Bauxit und verwendet stattdessen ein gängiges, kalziumhaltiges Silikatgestein als Ausgangsstoff. Dieses Gestein ist weltweit im Überfluss vorhanden – und kommt auch in den USA vor. Damit umgeht Brimstone die strukturelle Schwachstelle der bisherigen Tonerdeproduktion und schafft die Grundlage für eine echte Unabhängigkeit von ausländischen Rohstoffquellen.
Für deutsche Anleger und Industriebeobachter ist diese Entwicklung von Bedeutung: Aluminium ist ein Schlüsselwerkstoff für Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie Bauindustrie. Bestrebungen zur Diversifizierung globaler Lieferketten – wie dieses US-amerikanische Projekt – können langfristig Einfluss auf internationale Rohstoffpreise und Wettbewerbsstrukturen haben. Die Partnerschaft zwischen Brimstone und Century Aluminum zeigt exemplarisch, wie Industriepolitik und technologische Innovation zusammenwirken können, um strategische Abhängigkeiten zu reduzieren.


