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Brighter AI geht an Canon-Tochter Milestone Systems

Verkauf nach geplatztem Apple-Deal – Berliner Start-up bleibt eigenständig in Europa

 Brighter AI geht an Canon-Tochter Milestone Systems

Das Berliner Start-up Brighter AI ist seit Kurzem Teil des dänischen Unternehmens Milestone Systems, einer Tochtergesellschaft des japanischen Kameraherstellers Canon. Zuvor war ein Verkauf an Apple im Gespräch. Nach Informationen der WirtschaftsWoche fanden im vergangenen Jahr über mehrere Wochen hinweg Gespräche zwischen Apple und Brighter AI statt, ein Vertragsabschluss kam jedoch nicht zustande. Apple soll Interesse an der Anonymisierungssoftware des Start-ups gehabt haben, mutmaßlich im Zusammenhang mit seiner Datenbrille VisionPro. Brighter-AI-Mitgründer Marian Gläser äußerte sich nicht öffentlich zu den Verhandlungen.

Milestone Systems, der neue Eigentümer, entwickelt seit seiner Gründung 1998 Softwarelösungen für Überwachungskameras und wurde 2014 von Canon übernommen. Die von Brighter AI entwickelte Technologie anonymisiert personenbezogene Daten wie Gesichter und Autokennzeichen in Video- und Fotomaterial. Dabei verzichtet die Software auf simple Verpixelung und nutzt stattdessen Methoden wie das Ersetzen von Gesichtszügen oder das Generieren neuer Nummernschilder. Die Anwendungen richten sich insbesondere an Unternehmen, die anonymisierte Daten zu Analysezwecken oder zur Produktentwicklung einsetzen.

Brighter AI wurde 2017 als Ausgründung des Automobilzulieferers Hella gegründet. Zu den Investoren zählten unter anderem Beteiligungsgesellschaften des Sicherheitsunternehmens Giesecke+Devrient sowie der Deutschen Bahn. Für den Verkauf habe es keinen weiteren Finanzierungsbedarf aus dem Venture-Capital-Bereich gegeben, erklärte Gläser. Vielmehr sei der Schritt notwendig gewesen, um weiteres Wachstum zu ermöglichen.

Im Vorfeld des Verkaufs reorganisierte Brighter AI die Unternehmensstruktur. Im Juli übernahmen die beiden Gründer Gläser und Patrick Kern zunächst sämtliche Anteile der bisherigen Investoren und gaben anschließend kleinere Beteiligungen an Business Angels ab. Im Zuge dieser Umstrukturierung wurde auch das Vertriebsteam angepasst und einige Stellen gestrichen. Insgesamt beschäftigte das Start-up rund 30 Mitarbeitende. Ziel der Maßnahmen war es, die Gesellschafterstruktur für potenzielle Käufer attraktiver zu gestalten.

Die ersten Gespräche mit Milestone Systems fanden im Sommer statt. Da bereits zuvor eine Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen bestand, verlief der Prozess reibungsloser. Die Erlöse aus dem Verkauf flossen laut Gläser auch an die zuvor ausgeschiedenen Altgesellschafter. Angaben zur Höhe der Rendite wurden nicht gemacht. Die Mitarbeitenden profitierten ebenfalls vom Verkauf durch Beteiligungen im Rahmen ihrer Arbeitsverträge. Brighter AI soll als eigenständige Einheit bestehen bleiben. Der Standort Berlin sowie die bestehenden Kundenverhältnisse bleiben erhalten.

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