ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Brasiliens Zentralbank senkt Leitzins erneut um 25 Basispunkte

Der Copom dürfte den Selic-Zins am Mittwoch zum dritten Mal in Folge auf 14,25 Prozent senken.

Brasiliens Zentralbank senkt Leitzins erneut um 25 Basispunkte

Brasiliens Zentralbank steht vor ihrer dritten Zinssenkung in Folge. Laut einer Reuters-Umfrage unter 45 Ökonomen erwarten 41 Experten, dass der Geldpolitikausschuss Copom den Selic-Leitzins am Mittwoch, den 17. Juni, erneut um 25 Basispunkte auf 14,25 Prozent senken wird. Nur vier Befragte rechnen mit keiner Veränderung.

Die Banco Central do Brasil hatte ihren moderaten Lockerungszyklus im März begonnen, nachdem sie die Kreditkosten in der zweiten Jahreshälfte 2025 bei 15 Prozent belassen hatte. Damit bewegt sich der Selic-Zins noch immer auf einem Niveau, das in fast zwei Jahrzehnten kaum erreicht wurde. Die schrittweise Lockerung soll die Wirtschaft entlasten, ohne die Inflation weiter anzuheizen.

Anhaltender Inflationsdruck belastet die Geldpolitik

Der Spielraum für weitere Zinssenkungen ist jedoch begrenzt. Die jährliche Inflation in Brasilien – der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas – stieg im Mai auf 4,72 Prozent, nach 4,39 Prozent im April. Das offizielle Inflationsziel der Zentralbank liegt bei 3 Prozent, mit einer Schwankungsbreite von 1,5 Prozentpunkten in beide Richtungen. Die aktuelle Teuerungsrate entfernt sich damit zunehmend vom angestrebten Zielkorridor.

Joao Savignon, Leiter der makroökonomischen Forschung bei Kinitro Capital, kommentierte die Lage wie folgt: „Die Kommunikation des Ausschusses zwischen den Sitzungen steht im Einklang mit einer weiteren Senkung des Selic-Zinssatzes in ähnlichem Tempo." Er betonte jedoch, dass die allgemeine Planung des Zyklus unsicherer geworden sei.

Analysten erwarten, dass die Zentralbank in ihrer Erklärung angesichts des anhaltenden Drucks auf die Verbraucherpreise erneut einen vorsichtigen Ton anschlagen wird. Dies ist bemerkenswert, da die meisten anderen Zentralbanken weltweit derzeit die Zinsen erhöhen oder dies in Erwägung ziehen – Brasilien geht damit einen eigenen geldpolitischen Weg.

El Niño als zusätzliches Inflationsrisiko

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor kommt aus der Natur: Das Wetterphänomen El Niño, das durch eine periodische Erwärmung der Meeresoberflächen weltweite Wetterauswirkungen verursacht, ist laut Ökonomen der BTG Pactual zu einer zusätzlichen potenziellen Sorge für die Inflation geworden. „Wenn wir eine zusätzliche Entankerung der Erwartungen in Betracht ziehen, wird der Spielraum für Zinssenkungen in diesem Jahr praktisch null", schrieben die BTG-Pactual-Ökonomen in einem Bericht.

Trotz dieser Risiken rechnet eine klare Mehrheit der Umfrageteilnehmer mit einer Fortsetzung des Lockerungskurses. 19 von 31 Ökonomen, die eine Zusatzfrage zum nächsten Schritt der Zentralbank beantworteten, erwarten für die nächste Sitzung im August eine weitere Senkung um 25 Basispunkte.

Ausblick: Selic soll bis 2027 auf 12 Prozent fallen

Die mittelfristigen Prognosen zeichnen ein Bild einer graduellen, aber stetigen Zinsnormalisierung. Die Median-Schätzungen der Quartalsprognosen ergaben, dass der Selic-Zins das Jahr 2026 bei 13,75 Prozent und das Jahr 2027 bei 12,00 Prozent beenden wird. Diese Einschätzungen decken sich mit dem Konsens der Ökonomen aus der wöchentlichen Umfrage der Zentralbank selbst.

Für deutsche Anleger und Beobachter der Schwellenmärkte bleibt Brasilien ein interessanter Fall: Das Land navigiert zwischen dem Druck, die Wirtschaft durch niedrigere Zinsen zu stützen, und der Notwendigkeit, die Inflation unter Kontrolle zu halten – ein Balanceakt, der angesichts globaler Unsicherheiten und klimatischer Risiken zunehmend schwieriger wird.

Brasilien ZentralbankSelic LeitzinsCopom ZinssenkungBrasilien InflationBanco Central Do BrasilSchwellenländer GeldpolitikEl Niño Inflation

Disclaimer