Brasilien prüft Verkauf von Anglo Americans Nickelgeschäft
Wettbewerbshüter reagieren auf Beschwerde zu 500-Millionen-Dollar-Deal mit MMG Singapore

Brasiliens Wettbewerbsbehörde hat ein Verfahren gegen den geplanten Verkauf des Nickelgeschäfts von Anglo American im Land eröffnet. Nach einem Bericht der Financial Times bestätigte die Behörde CADE, dass sie eine Untersuchung zu der Vereinbarung eingeleitet hat, die im Februar zwischen dem britisch notierten Bergbaukonzern und MMG Singapore Resources über ein Volumen von 500 Millionen Dollar geschlossen worden war. Anlass sei eine Beschwerde, auf die die Behörde mit der Einleitung eines Verwaltungsverfahrens zur Prüfung einer möglichen wirtschaftlichen Konzentration reagierte.
Eingereicht wurde der Einspruch dem Bericht zufolge von CoreX Holding, einem weltweit tätigen Industriekonzern. Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person richtet sich die Beschwerde gegen die geplante Transaktion, die den Nickelbereich von Anglo American in Brasilien betreffen würde. Weder das Unternehmen selbst noch die Wettbewerbsbehörde oder CoreX äußerten sich bislang öffentlich zu den Vorwürfen.
Anglo American verfolgt seit einiger Zeit eine umfassende Neustrukturierung seines Geschäfts. Im Mai wurde die Platin-Sparte abgespalten, im Juli erklärte der Konzern, dass die Nickel- sowie die Kokskohleanlagen nicht mehr zum Kerngeschäft zählen. Bereits zuvor hatte der Konzern angekündigt, nicht mehr zentrale Geschäftsbereiche zu verkaufen oder auszugliedern, um sich stärker auf die Produktion von Kupfer und Eisenerz zu konzentrieren.
Die Neuordnung folgt auf den gescheiterten Übernahmeversuch durch den Konkurrenten BHP im vergangenen Jahr. Anglo American will mit dem Rückzug aus verlustreichen oder weniger profitablen Segmenten seine Position im globalen Rohstoffsektor festigen. Im Raum steht zudem die Entscheidung, ob das traditionsreiche, aber defizitäre Diamantengeschäft von De Beers verkauft oder an die Börse gebracht werden soll.
Der jetzt im Fokus stehende Nickelverkauf reiht sich in diese Strategie ein. Mit der Transaktion hätte sich Anglo American von einem weiteren Geschäftsfeld getrennt, das nicht mehr in das künftige Kernportfolio passt. Die Wettbewerbsbehörde in Brasilien sieht jedoch zunächst die Notwendigkeit, mögliche Auswirkungen auf den Markt und die Konkurrenzsituation im Land zu prüfen.
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Zur AktienanalyseNach Angaben der Financial Times konnten unabhängige Stellen die Informationen zu dem Verfahren bislang nicht verifizieren. Auch auf Anfragen von Nachrichtenagenturen reagierten die beteiligten Parteien zunächst nicht. Damit bleibt vorerst offen, ob und unter welchen Bedingungen der geplante Verkauf des Nickelgeschäfts weiterverfolgt werden kann.


