Brainlab startet Börsengang mit Milliardenbewertung
Software für Medizin wächst in neue Fachbereiche und stärkt Vertrieb

Der Münchner Medizintechnik-Softwareanbieter Brainlab startet seinen Börsengang mit einer Bewertung von bis zu 2,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen plant, bis zu 5,2 Millionen Aktien zu einem Preis zwischen 80 und 100 Euro je Stück zu verkaufen. Das Emissionsvolumen könnte damit bis zu 520 Millionen Euro betragen, wovon 160 bis 200 Millionen Euro dem Unternehmen selbst zufließen sollen. Der Rest der Aktien stammt von Firmengründer Stefan Vilsmeier, seiner Familie und dem Finanzinvestor EMH Partners. Die Zeichnungsfrist für die Aktien läuft vom 24. Juni bis zum 1. Juli, das Börsendebüt an der Frankfurter Börse ist für den 3. Juli vorgesehen.
Die Bewertung von Brainlab liegt mit 1,67 bis 2,09 Milliarden Euro am unteren Rand der zuvor genannten Spanne von bis zu drei Milliarden Euro. Nach dem Börsengang werden bis zu 26,6 Prozent der Anteile im Streubesitz sein. Vilsmeier, der bisher 50,1 Prozent hielt, verringert seinen Anteil auf bis zu 42,6 Prozent, bleibt aber größter Aktionär und Vorsitzender des Verwaltungsrats. Zusammen mit seiner Familie hält er weiterhin 53,7 Prozent der Gesellschaft. Der Finanzinvestor EMH reduziert seinen Anteil von 35,2 auf bis zu 19,7 Prozent und verkauft die meisten seiner Aktien im Zuge des Börsengangs.
Brainlab ist spezialisiert auf Software und Instrumente, die vor allem bei Gehirnoperationen und Krebsbehandlungen zum Einsatz kommen. Mit den Mitteln aus der Kapitalerhöhung will das Unternehmen sein Geschäft auf weitere medizinische Bereiche wie Orthopädie, Herzchirurgie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde ausdehnen. Der Vorstandsvorsitzende Rainer Birkenbach kündigte Investitionen in neue Technologien, die Erweiterung des Produktportfolios, den Ausbau des Vertriebs und die Expansion in angrenzende Fachgebiete an. Dividendenzahlungen sind laut Börsenprospekt erst mittelfristig zu erwarten.
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Zur AktienanalyseVor dem Börsengang wird Brainlab von einer deutschen Aktiengesellschaft in eine europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE) umgewandelt, um ein einheitliches Führungsgremium zu schaffen. Der Börsengang ist Teil einer Strategie, mit der Brainlab die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter vorantreiben will. Trotz der schwierigen Bedingungen an den Finanzmärkten zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich, auf großes Interesse bei Investoren zu stoßen. Brainlab ist in diesem Jahr der zweite Kandidat, der den streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse anstrebt.


