BPCL sichert Ölversorgung durch neue Quellen
Indischer Raffineriebetreiber ersetzt russische Lieferausfälle mit Nahost-Importen und Investitionen

Der staatliche indische Ölraffineriebetreiber Bharat Petroleum Corp (BPCL) hat begonnen, Rohöl aus dem Nahen Osten zu beziehen, um Engpässe bei der Lieferung von russischem Öl auszugleichen. Nach Angaben von Vetsa Ramakrishna Gupta, dem Finanzchef des Unternehmens, sind etwa acht bis zehn Millionen Barrel Rohöl, die normalerweise für die Verladung im Januar verfügbar wären, derzeit nicht auf dem Markt erhältlich. Die Engpässe resultieren aus gestiegenem russischem Inlandsbedarf und Produktionskürzungen, die Moskau im Rahmen eines Abkommens mit der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) einhalten muss.
Russisches Öl macht derzeit etwa 35 bis 37 Prozent des von BPCL verarbeiteten Rohöls aus. Das Unternehmen, das seine Lieferungen typischerweise über den Spotmarkt bezieht, hat in den vergangenen Monaten nicht die volle Menge russischen Öls erhalten. Um den Ausfall zu kompensieren, greift BPCL auf alternative Quellen zurück, darunter Rohöl aus Oman und erstmals auch aus Argentinien. Für das kommende Jahr plant BPCL, bei weiteren Versorgungslücken zusätzliche Lieferanten wie West Texas Intermediate (WTI) oder andere Anbieter aus dem Nahen Osten in Betracht zu ziehen.
BPCL diversifiziert kontinuierlich seine Ölquellen und bezieht etwa 53 Prozent seines Bedarfs über langfristige Lieferverträge. Im Rahmen eines neuen Abkommens wird das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025/26 jährlich 10.000 Barrel Rohöl aus Katar beziehen, während bestehende Verträge mit anderen Lieferanten beibehalten werden. Darüber hinaus hat der russische Staatskonzern Rosneft einen langfristigen Vertrag mit dem privaten indischen Raffineriebetreiber Reliance unterzeichnet, der ab 2025 etwa 500.000 Barrel pro Tag für zehn Jahre liefern soll. Dies könnte das Angebot für andere Abnehmer weiter einschränken.
Das Unternehmen plant zudem erhebliche Investitionen. In den nächsten fünf Jahren sollen 1,7 Billionen indische Rupien (rund 19,94 Milliarden US-Dollar) investiert werden, wobei die Hälfte der Summe durch Kredite finanziert werden soll. BPCL hat bereits Kredite in Höhe von 320 Milliarden Rupien für die Erweiterung seiner Raffinerie in Bina gesichert. Weitere Fremdfinanzierungen sind ab 2026/27 vorgesehen, wenn größere Projekte anstehen.
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Zur AktienanalyseZusätzlich plant BPCL, 250 Milliarden Rupien in die Entwicklung von Öl- und Gasprojekten in Mosambik und Brasilien zu investieren. Die Auslandsschulden des Unternehmens belaufen sich derzeit auf zwei Milliarden US-Dollar, die auch in Explorationsprojekte im Ausland investiert wurden. Laut Gupta sind weitere Zinssenkungen in den USA erforderlich, um internationale Finanzierungen attraktiver zu machen.


