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BP vor Castrol-Mehrheitsverkauf

Deal mit Stonepeak bewertet Schmierstoffgeschäft fast zehn Milliarden Dollar

BP vor Castrol-Mehrheitsverkauf

BP steht kurz davor, eine Mehrheitsbeteiligung an seiner traditionsreichen Schmierstoffmarke Castrol an die Investmentgesellschaft Stonepeak zu veräußern. Nach Informationen aus Branchenkreisen, über die der Wall Street Journal berichtete, befindet sich der Energiekonzern in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Verkauf von 65 Prozent der Sparte. Der geplante Deal würde Castrol mit nahezu zehn Milliarden US-Dollar bewerten, einschließlich bestehender Verbindlichkeiten, und einen Mittelzufluss von rund sechs Milliarden Dollar für BP bedeuten.

Das in London ansässige Unternehmen verfolgt seit geraumer Zeit ein umfassendes Programm zum Abbau von Schulden und zur Straffung seines Portfolios. Der geplante Verkauf von Castrol gilt dabei als zentrales Element dieser Strategie. Laut den Berichten ist vorgesehen, dass BP im Rahmen eines Joint Ventures eine Minderheitsbeteiligung an dem Schmierstoffgeschäft behält. Dadurch würde der Konzern weiterhin am operativen Erfolg der Marke beteiligt bleiben, während zugleich Kapital für andere Zwecke freigesetzt wird.

Bereits im November hatte Reuters berichtet, dass BP mit Stonepeak über einen möglichen Verkauf verhandelt. Ziel ist es, bis 2027 Vermögenswerte im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar zu veräußern. Neben dem Schuldenabbau sollen die Erlöse auch dazu beitragen, die Kostenbasis zu senken und die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu erhöhen. Castrol, bekannt für Motoröle und Industrieschmierstoffe, spielt dabei eine Schlüsselrolle, da das Geschäft als weitgehend eigenständig und stabil gilt.

Der Verkaufsprozess wurde Anfang des Jahres eingeleitet, nachdem BP im Februar angekündigt hatte, das Schmierstoffgeschäft im Zuge einer breiteren strategischen Neuausrichtung zu überprüfen. Diese Neuausrichtung umfasst auch eine stärkere Fokussierung auf das Kerngeschäft mit Öl und Gas. Im September hatten neben Stonepeak auch andere Finanzinvestoren, darunter die Private-Equity-Gesellschaft One Rock, Angebote für Castrol abgegeben.

Parallel dazu befindet sich BP in einer Phase des Führungswechsels. Vor kurzem wurde Meg O’Neill, zuvor bei Woodside Energy tätig, zur neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt. Sie tritt die Nachfolge von Murray Auchincloss an und soll die Profitabilität sowie die Aktienentwicklung des Konzerns verbessern. In den vergangenen Jahren hatte BP im Vergleich zu Wettbewerbern wie Exxon Mobil an der Börse schwächer abgeschnitten.

Zusätzlich überprüft BP seit dem Sommer, wie die Öl- und Gasförderaktivitäten weiterentwickelt und wirtschaftlich optimal genutzt werden können. Diese Überprüfung erfolgt vor dem Hintergrund einer umfassenden Portfolioanpassung, die darauf abzielt, die Ertragskraft des Unternehmens nachhaltig zu stärken und die Kapitalallokation effizienter auszurichten.

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