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BP verkauft US-Biogasgeschäft für vier Milliarden Dollar

Unter neuer Führung von CEO Meg O'Neill trennt sich BP von Archaea und meldet gleichzeitig den höchsten Quartalsgewinn seit 2022.

BP verkauft US-Biogasgeschäft für vier Milliarden Dollar

BP hat sein US-amerikanisches Biogasgeschäft Archaea zum Verkauf gestellt. Der Konzern bewertet das Unternehmen mit vier Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig gab BP am Dienstag seinen höchsten Quartalsgewinn seit dem Jahr 2022 bekannt – ein deutliches Signal für den laufenden Konzernumbau unter neuer Führung.

Archaea ist der größte Produzent von erneuerbarem Gas in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen gewinnt Methan aus Mülldeponien und zählt damit zu den bedeutendsten Akteuren im Bereich erneuerbarer Energien in Nordamerika. Für BP war Archaea eine der größten Investitionen aus jener Ära, in der der Ölkonzern versuchte, sich zu einem Riesen für grüne Energie zu wandeln.

Strategischer Kurswechsel unter Meg O'Neill

Die neue Vorstandsvorsitzende Meg O'Neill gestaltet BP derzeit grundlegend um. Der Verkauf von Archaea ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das Unternehmen seine Strategie neu ausrichtet. Investitionen, die in der Hochphase der grünen Energiewende getätigt wurden, stehen nun auf dem Prüfstand.

BP hatte in den vergangenen Jahren stark in erneuerbare Energien investiert und sich als Vorreiter der Energiewende positioniert. Dieser Kurs wurde von Investoren und Analysten jedoch zunehmend kritisch beäugt, da die erhofften Renditen ausblieben. Der nun angekündigte Verkauf von Archaea markiert einen klaren Rückzug aus diesem ambitionierten Transformationsprojekt.

Höchster Quartalsgewinn seit 2022

Parallel zum Verkauf der Biogassparte vermeldete BP einen bemerkenswerten Gewinnanstieg. Der Quartalsgewinn fiel so hoch aus wie zuletzt im Jahr 2022 – der Gewinn hat sich damit mehr als verdoppelt. Dies unterstreicht, dass der Konzern trotz des strategischen Umbaus operativ wieder an Fahrt gewinnt.

Für deutsche Anleger ist BP eine der bekanntesten Energieaktien an der Londoner Börse. Der Konzern steht stellvertretend für eine ganze Branche, die zwischen dem Festhalten am lukrativen Kerngeschäft mit fossilen Brennstoffen und dem Aufbau neuer, grüner Geschäftsfelder abwägt. Der Verkauf von Archaea zeigt, dass BP vorerst die Profitabilität in den Vordergrund stellt.

Der Schritt fügt sich in einen breiteren Trend ein: Mehrere große Ölkonzerne haben in jüngster Zeit Investitionen in erneuerbare Energien zurückgefahren oder entsprechende Sparten veräußert. Der Druck durch Aktionäre, kurzfristig höhere Renditen zu erzielen, überwiegt vielerorts die langfristigen Klimaziele. BP scheint diesen Weg nun ebenfalls konsequent einzuschlagen.

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