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BP übertrifft Erwartungen: Gewinnsprung und neue Vereinfachungsstrategie

BP meldet das stärkste Quartalsergebnis seit 2022 und übertrifft Analystenprognosen deutlich – CEO O'Neill setzt auf Fokus und Vereinfachung.

BP übertrifft Erwartungen: Gewinnsprung und neue Vereinfachungsstrategie

Der britische Ölkonzern BP hat für das zweite Quartal 2026 einen bereinigten Gewinn auf Basis der Wiederbeschaffungskosten (underlying replacement cost profit) von 5,73 Milliarden US-Dollar gemeldet. Damit übertraf das Unternehmen die Analystenprognosen von 5,11 Milliarden Dollar deutlich und verzeichnete ein Plus von über 140% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Es ist das stärkste Quartalsergebnis des Konzerns seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022.

Rückenwind erhielt BP durch den Iran-Krieg, der die Öl- und Gaspreise stabilisierte und zu außergewöhnlich starken Raffineriemargen führte. Gleichzeitig wirkte sich der Nahostkonflikt jedoch auch negativ auf den Anlagenbetrieb aus, da die Raffinerien weniger Rohöl verarbeiteten. Das Privatkundengeschäft entwickelte sich hingegen gut: Das bereinigte Quartalsergebnis im Bereich „Customer" stieg dank höherer Volumina und Kraftstoffmargen um 0,8 Milliarden Dollar.

Auch bei der Kapitalrückgabe an Aktionäre setzt BP ein Zeichen: Der Konzern erhöht die Dividende um 4% auf 8,66 Cent pro Aktie. Eine starke Cash-Generierung trug zudem dazu bei, die Nettoverschuldung im Quartal auf 22,3 Milliarden Dollar zu senken.

Neue CEO setzt auf Vereinfachung und Fokus

Seit April 2026 führt Meg O'Neill das Unternehmen als CEO. Sie hat fünf Prioritäten formuliert, um eine „sprunghafte Leistungssteigerung" zu erzielen, wobei die Kernbotschaft auf Vereinfachung und disziplinierte Entscheidungsfindung ausgerichtet ist. O'Neill unternimmt konkrete Schritte zur Straffung des Geschäfts und kündigte den Verkauf des US-Biogasgeschäfts Archaea Energy an, das zuvor zu erheblichen Wertminderungen geführt hatte.

Der geplante Verkauf von Archaea Energy steht sinnbildlich für die fortgesetzte Abkehr von erneuerbaren Energien hin zu einer stärker gewinnorientierten, auf Öl und Gas fokussierten Strategie. Damit setzt O'Neill einen klaren Kontrapunkt zur Strategie ihrer Vorgänger, die BP stärker in Richtung grüner Energien lenken wollten.

Um das Geschäft weiter zu verschlanken, kündigte BP zudem Pläne an, mehrere Bereiche zu veräußern:

  • Nordsee-Aktivitäten
  • Österreichisches Privatkundengeschäft
  • Projekt Bay du Nord in Kanada
  • Raffinerie in Gelsenkirchen (Deutschland)

BP-Aktie mit starker Performance im FTSE 100

Die BP-Aktie legte am Tag der Ergebnisveröffentlichung um über 1% zu. Ein Großteil der positiven Nachrichten war jedoch bereits eingepreist, nachdem BP im Handelsbericht des Vormonats stärkere Raffineriemargen in Aussicht gestellt hatte und auch Shell in der Vorwoche starke Ergebnisse präsentiert hatte. Im vergangenen Monat stieg die BP-Aktie um rund 20% und war damit der drittbeste Wert im britischen Leitindex FTSE 100.

Für das Gesamtjahr 2026 können sich Aktionäre bislang über einen starken Lauf freuen: Die Aktie übertrifft den Large-Cap-Index und verzeichnet bereits ein Plus von fast 30%. Für deutsche Anleger ist BP auch wegen der geplanten Veräußerung der Raffinerie in Gelsenkirchen von besonderem Interesse – ein Schritt, der den weiteren Rückzug des Konzerns aus dem europäischen Downstream-Geschäft unterstreicht.

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