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BP-Tanker verlässt indischen Hafen ohne Dieselladung

EU-Sanktionen gegen Nayara Energy bringen Exportpläne ins Wanken

BP-Tanker verlässt indischen Hafen ohne Dieselladung

Ein Öltanker des Energiekonzerns BP hat den indischen Hafen Vadinar verlassen, ohne wie geplant Diesel von der Raffinerie Nayara Energy zu laden. Das bestätigten fünf mit dem Vorgang vertraute Personen sowie Daten des Analyseunternehmens LSEG. Die „Talara“, das betroffene Schiff, sollte ursprünglich am 21. Juli rund 60.000 Tonnen schwefelarmen Diesel aufnehmen, bestimmt für den afrikanischen Markt.

Hintergrund des abgebrochenen Ladungsvorgangs sind neue Sanktionen der Europäischen Union gegen Nayara Energy. Die EU hatte die Maßnahmen am Freitag verhängt. Nayara gehört teilweise dem russischen Ölkonzern Rosneft, dem größten Produzenten des Landes. Ziel der Sanktionen ist es, die russische Energieindustrie weiter unter Druck zu setzen – als Reaktion auf den anhaltenden Krieg in der Ukraine.

Obwohl BP als Charterer der „Talara“ vorgesehen war, wurde das Schiff laut den Informationen der beteiligten Kreise nach Verhängung der Sanktionen nicht beladen. Zwei der Quellen erklärten, dass BP den Tanker inzwischen wieder freigegeben habe. Die „Talara“ stehe nun für Einsätze in Indien oder im Nahen Osten zur Verfügung.

Weder BP noch Nayara Energy gaben zunächst eine Stellungnahme zu dem Vorfall ab. Die befragten Personen wollten anonym bleiben, da sie nicht autorisiert seien, öffentlich über die Vorgänge zu sprechen.

In einer Erklärung vom Montag bezeichnete Nayara die Sanktionen der EU als „ungerecht und einseitig“. Auch die indische Regierung distanzierte sich von der Maßnahme und betonte, sie unterstütze keine „einseitigen Sanktionen“ anderer Staaten.

Nayara Energy ist eine von nur zwei privaten Firmen in Indien, die Treibstoff für den Export produzieren. Die aktuellen Entwicklungen werfen Fragen auf, inwiefern die EU-Sanktionen künftig Auswirkungen auf den internationalen Kraftstoffhandel mit indischen Raffinerien haben könnten, die mit russischen Unternehmen verflochten sind. Die Ladung, die ursprünglich für Afrika bestimmt war, bleibt vorerst unvermittelt, ebenso wie die weiteren Exportpläne des Unternehmens.

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