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BP setzt wieder auf fossile Brennstoffe

Konzern stoppt Ausbau erneuerbarer Energien und plant Investitionskürzungen

BP setzt wieder auf fossile Brennstoffe

BP wird seine bisherigen Ziele zur Erhöhung der erneuerbaren Energieerzeugung aufgeben und sich wieder verstärkt auf fossile Brennstoffe konzentrieren. Diese strategische Neuausrichtung soll auf dem bevorstehenden Kapitalmarkttag bekannt gegeben werden. Der Vorstandsvorsitzende Murray Auchincloss wird ankündigen, dass das Unternehmen das bisherige Ziel, die Kapazität für erneuerbare Energien zwischen 2019 und 2030 um das Zwanzigfache auf 50 Gigawatt zu steigern, nicht weiterverfolgen wird. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen bestätigten diese Information gegenüber Reuters.

In den vergangenen Jahren blieb die Kursentwicklung der BP-Aktie hinter der ihrer Mitbewerber zurück. Bereits im Oktober hatte das Unternehmen sein ursprüngliches Ziel, die Öl- und Gasproduktion bis 2030 zu senken, aufgegeben. 2023 wurde das Reduktionsziel von 40 % auf 25 % herabgesetzt. Die Unternehmensführung sieht sich zunehmend unter Druck gesetzt, höhere Renditen für Investoren zu erzielen. Besonders die Beteiligung des aktivistischen Investors Elliott Investment Management, der inzwischen fast 5 % der BP-Anteile hält, hat die strategischen Entscheidungen beeinflusst. Elliott fordert eine Neuausrichtung des Konzerns mit höherer Kostendisziplin und einer Reduzierung der Investitionen in grüne Energieprojekte.

Neben der Abkehr von den bisherigen Ausbauplänen für erneuerbare Energien plant BP auch, das Ziel eines EBITDA von 49 Milliarden US-Dollar für das laufende Jahr aufzugeben. Stattdessen soll ein neues Wachstumsziel auf Jahresbasis festgelegt werden. Die Quellen betonten, dass BP bisher keine offizielle Entscheidung zu diesem Schritt bekannt gegeben habe. Das EBITDA-Ziel von 40,9 Milliarden US-Dollar für 2024 wurde bereits verfehlt.

Zusätzlich plant das Unternehmen den Verkauf von Vermögenswerten sowie die Reduzierung anderer Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien, um Schulden abzubauen und die Renditen zu steigern. Auch der Verkauf der Castrol-Schmierstoffsparte sowie des Tankstellennetzes wird diskutiert, um Mittel für Aktienrückkäufe freizusetzen.

Die gesamte Energiewirtschaft erlebt derzeit eine Rückbesinnung auf fossile Brennstoffe. Nach einer Phase der Diversifikation mit Fokus auf emissionsarme Technologien reagieren viele Konzerne auf steigende Renditen im traditionellen Öl- und Gasgeschäft. Die Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat das Investitionsklima zusätzlich beeinflusst. Seine Haltung gegenüber Klimaschutzmaßnahmen und seine Unterstützung für die fossile Industrie tragen dazu bei, dass Unternehmen ihre strategischen Entscheidungen überdenken.

Seit seinem Amtsantritt hat Auchincloss bereits Investitionen in erneuerbare Energien zurückgefahren sowie Kostensenkungen und einen Personalabbau von 5 % angekündigt. Analysten der Bank of America gehen davon aus, dass BP künftig jährlich 2 bis 3 Milliarden US-Dollar weniger für emissionsarme Projekte ausgeben wird. Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens beliefen sich 2024 auf 16,24 Milliarden US-Dollar. Ein offizielles Statement von BP zu den geplanten Änderungen gibt es bislang nicht.

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